Ulrike Wagner stellt eigene Werke in Karolina´s Kunst & Musik Café aus. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Pünktlich am Sonntag um 15 Uhr eröffnete Ulrike Wagner ihre Vernissage mit eigenen Bildern in Karolina´s Kunst und Musik Cafe an der Werdohler Straße.

Ungewöhnliche Perspektiven

Ihre Bildwelt rührt an.
Ihre Bildwelt rührt an.

Ulrike, die seit ihrer Kindheit malt, stellte Bilder aus verschiedenen Epochen ihres Schaffens aus. Die 38-jährige Malerin zeigte dabei Bilder, die gleichermaßen anziehen und verstören. Man sieht, dass sie etwas kann. Eine gute Technik und Gespühr für Proportion trifft in ihren Bildern auf die kontrastreiche, anrührende Umsetzung eines in der Kunst durchaus geläufigen Themas: Dem weiblichen Akt.

In ungewöhnlichen Perspektiven zeigt sie Körper, die erotisch und anziehend, aber unperfekt daherkommen.

Definition als Frau

Sie hat Humor und ist sehr vielseitig: Ulrike Wagner.
Sie hat Humor und ist sehr vielseitig: Ulrike Wagner.

Sie antwortet auf die Frage, was sie mit ihren Bildern genau darstellen will, dass sie in der Zeit der Entstehung der Bilder auf dem Weg war, sich als Frau zu definieren. Aufgewachsen mit drei Brüdern, brauchte sie die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Weiblichkeit, um sich als Frau klare Konturen zu verschaffen. Eine wohl heilsame Therapie, denn die Bilder sind nicht nur leicht voyeuristisch, sondern erzählen auch von einer Seelen-Reise, die ein gutes Ende fand.

Ulrike Wagner ist dann auch auf den zweiten Blick genau die Frau, als die sie sich hier schon auf den ersten offenbart: Angekommen, aber immer noch auf der Suche nach dem gewissen MEHR des Lebens, offen für neue Erfahrungen, mit einem weiten Blick in die Ferne. Sie selbst ist auf dem Weg, ihre Bilder jedoch abgeschlossene Stationen eines Lebens, das allem Anschein nach vielfältig ist und immer im Fluss.

Sie will es genau wissen

Ihre Gäste fühlten sich wohl.
Ihre Gäste fühlten sich wohl.

Ulrike Wagner ist nicht nur Bildende Künstlerin, sondern auch Autorin und Musikerin, schreibt viel und gerne und verarbeitet ihre Eindrücke und Lebensreisen nicht nur in besonderen Bildern, sondern auch in starken Texten. Sie ist nicht zufrieden damit, lediglich  an der Oberfläche zu kratzen. Nein, sie will es genau wissen.

Was sie im Gespräch ebenfalls betonte, ist die Tatsache, dass ihre Bilder bewusste verstören. Erst, wenn man noch einmal hinschaut erkennt man hinter einer abstrakten Form den Auschnitt eines Beines, die Kontur eines Gesichtes oder eines Körpers. Hier ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Ähnlichkeit mit Batman´s Joker eher zufällig

Die Familiesteht hinter ihr: Ihr Mann Tlako, ihre Eltern und ihr Sohn Mojo.
Die Familie steht hinter ihr: Ihr Mann Tlako, ihre Eltern und ihr Sohn Mojo.

So hat sie auch eine Figur auf die Leinwand gebannt, die auf den ersten Blick große Ähnlichkeit mit dem „Joker“ aus den Batmanfilmen hat. Auf meine Frage nach diesem nicht sehr angenehmen Herrn, erzählt sie mir, dass dieses Bild in Wirklichkeit keine Person, sondern den Teil der Seele darstellt, der für das Böse im Menschen zuständig ist. Das Bild ist in einer Zeit entstanden ist, als sie nicht genau wusste, wohin mit ihren dunklen Emotionen.

So gab sie ihnen einfach ein Gesicht. Sie bezeichnete dies als Personifizieren eines Zustandes, der in jedem Menschen tief verwurzelt ist: Der böse dunkle Fleck auf unser aller Seelen, der uns manchmal dazu treibt, Dinge zu tun, die man besser nicht tun sollte. Dieser Fleck in Gestalt eines Bildes verursacht ein leichtes Frösteln. Aber auch einen kleinen Tritt in Richtung Selbsterkenntnis.

Porträts der besonderen Art

Ulrike und Tlako. Ein starkes Künstler-Paar.
Ulrike und Tlako. Ein starkes Künstler-Paar.

Ansprechend auch ihre Porträts, die ebenfalls eine besondere Sicht der Dinge offenbaren. Man sollte sich darauf gefasst machen, dass man, sollte man sich von Ulrike porträtieren lassen, danach etwas zu sehen bekommt, dass einem so bisher noch nicht wirklich offenbar war.

Man merkt der Künstlerin an, die nicht nur Frau von Tlako Mokgadi, einem bekannten Lüdenscheider Musiker und Mutter des kleinen Mojo ist, sondern dazu auch noch berufstätige Erzieherin, dass in ihr Potenzial steckt. Sie ist lernfähig, setzt sich auch mit unbequemen Dingen auseinander und hat für sich einen Weg gefunden, sich mit dem Leben und seinen Schwierigkeiten produktiv und positiv auseinanderzusetzen: Sie bahnt es auf Leinwand, dechiriffiert es in ihren Texten und gibt ihm Ballance in ihrer Musik.

Später machten sie noch gemeinsam Musik: Ulrike und Tlako. Die Gäste hat´s gefreut.
Später machten sie noch gemeinsam Musik: Ulrike und Tlako. Die Gäste hat´s gefreut.

Die Gäste der Vernissage fühlten sich jedenfalls nicht nur angesprochen, sondern auch irgendwie wohl in ihrer Bilderwelt. Am Ende der Vernissage machte sie zur Freude der Anwesenden zusammen mit ihrem Mann noch Musik. Ein vielseitiges Talent und dazu ein echtes Altenaer Urgestein mit tiefen Wurzeln mitten hinein ins Sauerland.

Wer sich den „Joker“ und ihr sonstiges Werk anschauen möchte: Die Ausstellung läuft noch 14 Tage und ist außer Montags jeden Tag ab 17.00 Uhr geöffnet.

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