Halver. Sabotage oder Unfall? Von einem Bauernhof im Halveraner Ortsteil Kotten sind in der Nacht zum 18. März rund 1700 Kubikmeter Gülle, das sind rund 1,7 Millionen Liter Flüssigkeit, in die Neye gelaufen. Nach Meldungen des WDR ist das Gewässer auf rund einem Kilometer Länge tot. Fische sollen gestorben sein. Experten gehen von einem massiven Umweltschaden aus. Der Bach mündet in die Neyetalsperre in der Nähe von Wipperfürth. Die Talsperre gehört der Stadt Remscheid. Ein Sprecher erklärte, dass das Trinkwasser nicht gefährdet sei, da die Neyetalsperre lediglich als Reserve für die Wasserversorgung diene. Fachleute gehen gleichwohl von einer Katastrophe aus.

Feuerwehr konnte nichts ausrichten

Der betroffene Halveraner Landwirt hatte am Morgen bemerkt, dass Gülle aus dem Füllschlauch des Jauchebeckens ausgetreten war und umgehend die Behörden verständigt. Auch der Löschzug Buschhausen der Halveraner Feuerwehr rückte um 7.05 nach Kotten aus. Die untere Wasserbehörde und der Wupperverband waren ebenso an der Einsatzstelle. Nach zweieinhalb Stunden rückten die Halveraner Einsatzkräfte wieder ab. Sie konnten vor Ort nichts ausrichten.

Neyebach aufgestaut

Die Gülle hatte eine Wiese überschwemmt und floss von dort in den Neyebach. Das Gewässer wurde aufgestaut, damit sich die schwarze Brühe nicht weiter verbreiten konnte. Chancen, die Gülle aufzufangen, gab es offenbar nicht. Die Flüssigkeit verbindet sich sofort mit dem Wasser. Die Polizei ermittelt, da der Landwirt von einem Sabotage-Akt ausgeht. Er glaubt, dass ein Unbekannter eine Verlängerung an das Abfüllrohr des Güllebehälters angebracht hat und dann den Schieber geöffnet hat.

Weitere Proben werden entnommen

In einer Pressemitteilung des Wupperverbandes, der die Talsperre betreibt, heißt es, dass sofort Proben genommen worden seien. Außerdem sollen weitere Proben gezogen werden, um die Auswirkung der Gülleeinleitung auf den Bach und die Talsperre zu ermitteln. Schon jetzt sei aber davon auszugehen, dass Flora und Fauna der Talsperre und der Uferzone nachhaltig beschädigt worden seien.

Die Behörden werden nun den Vorfall weiter untersuchen. Wupperverband und EWR GmbH unterstützen diese Untersuchungen.

Wupperverband: Trinkwasserversorgung nicht bertroffen

Die Neyetalsperre, teilt der Wupperverband weiter mit, werde seit Jahren nicht für die Trinkwasserversorgung genutzt. Wupperverband und EWR betonen, dass die Trinkwasserversorgung der bergischen Städte in keinster Weise von dem aktuellen Vorfall betroffen sei.

 

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