„Der bürokratische Aufwand, um Güter transportieren zu dürfen, kostet richtig Nerven und sehr viel Zeit“, berichtet Martin Sturm, Geschäftsführer der Spedition Lixfeld aus Lüdenscheid.

Lüdenscheid. Ade Trucker-Romantik. Bei der Lüdenscheider Spedition Lixfeld wird schon lange nicht mehr nur gefahren. Logistik ist das Stichwort. „Das ist in der Branche schon lange nicht mehr die Ausnahme“, sagt Lixfeld-Geschäftsführer Martin Sturm. So werden in einer der Hallen bereits Bauteile für Autoachsen von Gitterboxen in sogenannte Kleinlastträger (KLT) umgeladen und erst danach weiter transportiert. Der Kunde ist halt König. „Ein großer deutscher Autohersteller will das so“, berichtet Geschäftsführer. Die Anforderungen wachsen und mit ihnen das Unternehmen.

Zwei neue Hallen

Lixfeld braucht Platz. Neben dem heutigen Betriebsgelände an der Straße Hoher Hagen möchte das Unternehmen zwei weitere Hallen bauen, 2000 beziehungsweise 4000 Quadratmeter groß. Mit den dazugehörigen Rangierflächen werden etwa 15 000 Quadratmeter Gelände benötigt.

Bürgermeister: „Werden die Perspektivlösung vorschlagen“

Noch ist unklar, ob Martin Sturm seine Idealvorstellung umsetzen kann. Erforderlich ist eine Bebauungsplanänderung für das Industrie- und Gewerbegebiet Römerweg. „Die Verwaltung steht dem Vorhaben positiv gegenüber“, erklärte Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas am Freitag bei einem Unternehmensbesuch. Zusammen mit Jörg Geßler von der Stabsstelle Wirtschaft und Arbeitsmarkt informierte er sich über die geplante Erweiterung. „Wir werden der Politik die Perspektivlösung vorschlagen“, kündigte der Rathaus-Chef an. „Wenn die zwingend notwendigen Ausgleichsflächen gefunden werden, dann sollte man zustimmen.“ Funktionierende Speditionen, so Dzewas, bedeuteten auch Bestandssicherung für das produzierende Gewerbe und gleichermaßen Gewerbeförderung. Deutschland gelte nicht umsonst als „Logistik-Weltmeister“.

Gespräche über Ansiedlung der QS-Abteilung von Fuchs
Lixfeld-Geschäftsführer Martin Sturm (Mitte)informierte Bürgermeister Dieter Dzewas und Jörg Geßler von der Stabsstelle für Wirtschaft und Arbeitsmarkt über die Erweiterungspläne.
Lixfeld-Geschäftsführer Martin Sturm (Mitte)informierte Bürgermeister Dieter Dzewas und Jörg Geßler von der Stabsstelle für Wirtschaft und Arbeitsmarkt über die Erweiterungspläne.

Viele Speditionen nehmen produzierenden Unternehmen inzwischen Lagerung, Kommissionierung und zum Teil auch einzelne Bearbeitungsschritte ab. Das soll auch ein Teil der Lixfeld-Zukunft sein. Zurzeit führt Martin Sturm Gespräche mit den Metallwerken Fuchs in Meinerzhagen, „unserem größten Kunden“, wie er sagt. So könnte in einer der neuen Lixfeld-Hallen die Qualitätssicherung von Fuchs-Teilen angesiedelt werden, die in der Flugzeug- und Autoindustrie verwendet würden. Eine ganze Abteilung der Metallwerke Fuchs, die in Meinerzhagen unter beengten Platzverhältnissen arbeiten, fände ein neues Domizil in Lüdenscheid.

Ost-Speditionen drücken auf die Frachtraten

Für Lixfeld wäre das ein weiterer Pluspunkt im einem knochenhart umkämpften Markt. „Die Speditionen aus dem Osten drücken auf die Frachtraten“, berichtet Martin Sturm. Der DAV Betriebswirt arbeitet seit 1986 in dem 1946 von Paul Lixfeld und seiner Frau Ida (geborene Sturm) gegründeten Unternehmen.

Neue Trucks warten auf Zulassung

Das Lüdenscheider Transport- und Logistikunternehmen hat sich auf den Transport von Profilen, Blechen, Stahlstäben und –Gittern spezialisiert. „Wir bewegen alles, was nicht systemfähig ist, sprich was nicht per Europlatte transportiert werden kann.“ So werden Lixfeld-Trucks, zurzeit sind es 34, meist von der Seite beladen. Rund 300 Tonnen verschiedenster Güter werden täglich bei Lixfeld umgeschlagen. Das erfordert auch den Ausbau der Fahrzeugflotte. Drei neue Lkw stehen bereits hinter einer der Hallen. Sie warten nur noch auf die Zulassung.

 

 

 

 

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