Uli Tütemann (links) und Michaela Ernst inmitten der Dinge, aus deren Sicht die Stadtgeschichte neu erzählt wird. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Eine neue Ausstellung für die Lüdenscheider Bürger zum Thema „Aus der Sicht der Dinge“, bietet das Städtische Museum ab dem 12. Juni allen Interessierten an der turbulenten Lüdenscheider Stadtgeschichte an.

An diesem Tag werden zehn Vitrinen mit ganz besonderen Dingen gezeigt, Dinge, die eine Rolle in der Geschichte der Stadt gespielt haben und diese sogar nachhaltig prägten. Dazu werden multimediale Filme ablaufen, in denen die gezeigten Gegenstände ihre jeweilige Geschichte erzählen. Eine spannende Sache.

Sammeln, forschen, bewahren und ausstellen

Der Fundus des Museums liefert reichhaltigen Stoff für die Aktion.
Der Fundus des Museums liefert reichhaltigen Stoff für die Aktion.

Sammeln, forschen, bewahren und ausstellen, aber eben auch das gesammelte Wisssen von Jahrhunderten vermitteln, das ist die Aufgabe eines Museums.

Und Kinder sammeln gerne, sind neugierig und haben noch die nötige Phantasie, um sich mühelos in z.B. die Seele eines Löscheimers, eines Fotoalbums oder eines Wetterhahns von der Kirchturmspitze einzufühlen.

So entstand die gute Idee, Kinder und Jugendliche in die Konzeption und Ausführung einer neuen Dauerausstellung zur Lüdenscheider Stadtgeschichte mit einzubeziehen.

Kooperation mit der Gesamtschule

Der alte Löscheimer und sein mechanischer Nachfolger. Sie retteten Menschenleben.
Der alte Löscheimer und sein mechanischer Nachfolger. Sie retteten Menschenleben.

Die beiden Mitarbeiterinnen des Städtischen Museums Uli Tütemann und Michaela Ernst gingen dazu eine Kooperation mit der Adolf-Reichwein-Gesamtschule ein.

Im Rahmen eines Gestaltungskurses der siebten Klassen der Gesamtschule bot sich dieses Projekt, bei dem recherchiert, gefilmt, geschrieben und die so entstandenen Texte dann im Studio aufgenommen werden, geradezu an. Und wurde von den Siebtklässlern begeistert aufgegriffen.

Vorbild ist der Direktor des British Museums of London

Ein altes Schulfoto. Sooo vile hat sich doch gar nicht geändert? Eher doch ;-)
Ein altes Schulfoto. Sooo viel hat sich doch gar nicht geändert? Eher doch 😉

Nach dem Vorbild des Direktors des British Museums of London (ja, man muss sich seine Ziele HOCH stecken!) Neil Mac Gregor, der mit seinem Buch „Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“ der Ideengeber für die Lüdenscheider Aktion war, suchten auch die Lüdenscheider Kids solche Objekte aus dem Fundus des Museums aus, die eine spannende Geschichte zu erzählen hatten.

Dann wurde die Stadtgeschichte in zehn Kapitel geteilt, die jetzt den einzelnen Vitrinen zugeordnet sind, die ab dem 12. Juni ausgestellt werden.

Was hat ein altes Glätteisen zu erzählen?

Teilweise nicht ganz einfach. Was hat ein altes Glätteisen zu erzählen? Was ein alter „Volksempfänger“ oder ein noch älterer Löscheimer? Nun, alle zusammen spielten eine mehr oder weniger große Rolle in der Lüdenscheider Stadtgeschichte und trugen somit zu der heutigen Stadt auch irgendwie bei.

Michaela zeigt ein Kleid aus den 30er Jahren, das 40 Jahre in Gebrauch war.
Michaela zeigt ein Kleid aus den 30er Jahren, das 40 Jahre in Gebrauch war.

Außergewöhnlich die Geschichten, die die noch so jungen Autoren aufgeschrieben und aufgenommen haben. Gar nicht so einfach zu verkraften manchmal die Schicksale, die sich hinter diesen profanen Dingen verstecken. So brannte Lüdenscheid allein sechsmal ab und der alte Löscheimer rettete viele Menschenleben.

Der Lockenstab erzählt die erschütternde Geschichte des Friseurs Hermann Massalsky, der noch kurz vor Kriegsende 1944 von den Nazis hingerichtet wurde. Oder der Wetterhahn der Erlöserkirche. der von oben auf eine kulturell sich entwickelnde Stadt hinunter schaute, eine Stadt, die bunter kaum sein könnte.

Vitrinen werden lebendig

Der Wetterhahn. Auch er weiß spannendes zu berichten.
Der Wetterhahn. Auch er weiß spannendes zu berichten.

Es lohnt sich, sich die kommende Ausstellung in den Kalender einzutragen und dabei zu sein, wenn die Dinge in den Vitrinen lebendig werden. Und damit die Geschichte einer Stadt, die es wert ist, dass man sie einem breiten Publikum, zugänglich machen.

Denn eines ist sicher: Ulrike Tütemann, Michaela Ernst und ihre jungen Autoren werden mit dieser Aktion ihr Publikum begeistern und ein ganz neues Interesse an der Stadt Lüdenscheid wecken.

Ausstellungseröffnung: Städtisches Museeum Lüdenscheid, Sonntag, 12.Juni, ab 14 Uhr. Die Ausstellung wird bis mindestens nach den Herbstferien zu sehen sein.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here