Hagen-Boele. Wer rast, muss zahlen. Die neu montierten Blitzanlagen am Boeler Ring und in Eckesey sind noch vor Ostern scharf gestellt worden. Und haben schon kräftig Geld eingespielt.

Nur wenig Einnahmen in Vorhalle

Die stationären Radarfallen sind keine neuen Geräte, sondern stammen von der Weststraße in Vorhalle. Dort hat das Ordnungsamt die beiden Blitzanlagen, die einmal in Richtung Herdecke und zum anderen in Richtung Eckesey aufgestellt waren, demontieren lassen. Sie gehörten zu jenen Geräten, die stadtweit die niedrigsten Erträge einbrachten. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen versetzte sie daraufhin an den Boeler Ring (Fahrtrichtung Boeler Kreisel, Autobahnauffahrt A1, HA-Nord) und an die Eckeseyer Straße (Fahrtrichtung stadtauswärts etwa auf Höhe der Spedition Hugo Petri). An den beiden neuen Blitz-Punkten sind 50 Stundenkilometer erlaubt.

Keine Unfallschwerpunkte

Zwar seien der Boeler Ring und die Eckeseyer Straße keine Unfallschwerpunkte, „aber hier wurden in der Vergangenenheit viele Geschwindigkeitsübertretungen gemessen“, hatte schon vor einigen Wochen Hans Sporkert, Chef des Hagener Ordnungsamtes, die Umsetzung der Blitzsäulen begründet. Die Polizei hatte an beiden neuen Blitz-Punkten zuletzt häufig mit einer Laser-Blitze gestanden.

Gründonnerstag schon 200 Verstöße

Das hat sich noch nicht bei allen Kraftfahrern herumgesprochen: Die Lokalzeitung „Westfalenpost“ berichtet in ihrer Samstagausgabe, dass an diesen beiden Säulen bereits am Gründonnerstag von Sonnenaufgang bis 10 Uhr rund 200 Fahrzeuge geblitzt wurden, die zu schnell unterwegs waren.

Fast 5 Mio. Euro in 2015 eingenommen

Insgesamt sind im Stadtgebiet 31 stationäre Radaranlagen aufgestellt. Die Einnahmen daraus haben sich zu einer kräftigen Einnahmequelle entwickelt. Im vergangenen Jahr 2015 wurden, so geht aus dem „Westfalenpost“-Bericht hervor, rund 212.000 Tempostöße registriert und geahndet – und die Stadt kassierte dafür 4,899 Millionen Euro Einnahmen.

Autobahn-Blitze ein „Goldesel“

Das ist gegenüber dem Jahr zuvor eine enorme Steigerung um 110 Prozent; 2014 spülten die Raser rund 2,331 Millionen Euro in die Stadtkasse. Die Funktion des Goldesels hat dabei die Blitzanlage auf der Autobahn A 45 („Sauerlandlinie“) übernommen, die vor der Baustelle zur neuen Lennetalbrücke aufgestellt wurde, und zwar im Juli 2015. Obwohl mehrfach am Fahrbahnrand auf die Radarmessung hingewiesen wird, überschritten bis Jahresende 2015 gut 105.000 Autofahrer die erlaubte Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. Allein in diesem Jahr waren es schon 30.000 Autofahrer, die die Induktionsschleifen zu schnell überfuhren. Der Spitzenreiter insgesamt raste mit satten 184 gemessenen km/h durch den Baustellenbereich.

Messung auch in Kurven

Um die Geschwindigkeitsverstöße zu erfassen, sind in Hagen über die stationären Starenkästen hinaus zwei transportable Radargeräte im Einsatz. Zudem ist die Verkehrspolizei mit Radar- und Lasergeräten sowie einem sogenannten Einheitensensor (Typ ES 3.0) tagein, tagaus unterwegs. Letzterer kann auch seitlich und in Kurven Geschwindigkeiten messen. Laut „Westfalenpost“ erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 28.500 Schnellfahrer.

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