Diesmal fand das Treffen im Werdohler Stadtmarketing statt: Kulturschaffende diskutierten über die Belebung von Kultur entlang der Lenneschiene. Fotos: Iris Kannenberg

Werdohl. Bereits das dritte Mal trafen sich vor Ostern die „Kulturschaffenden der Lenneschiene“ unter der Leitung von Leadermanagerin Silke Erdmann und „Kulturregion Südwestfalen“-Vertreterin Susanne Thomas zu einem kreativen Austausch. Diesmal in den Räumen des Werdohler Marketings.



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Das nach wie vor erklärte Ziel: Die Belebung des kulturellen Lebens an der Lenne, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und die Lebensqualität der Bürger durch ein großes kulturelles Angebot deutlich zu steigern.

Was passiert gerade in den Lenne-Städten?

Da geht mehr – Susanne Thomas und Silke Erdmann (rechts) sammelten Eindrücke.

Dazu analysierte man unter den Anwesenden erst einmal den derzeitigen IST-Zustand der Region. Was passiert gerade in den Städten entlang der Lenne? Wo ist Kultur überhaupt noch nach Jahren des Sparens ein Thema, welches künstlerische Potenzial ist vorhanden und wie sehen die Teilnehmer des Arbeitskreises die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kulturschaffenden im MK?

Für alle interessant waren die Ausführungen des Vertreters des integrativen Kulturbahnhofes Lethmathe, der das erste Mal an dem Treffen teilnahm und über die erfolgreiche Kulturarbeit in seinem Bahnhof berichtete.

Abwanderung der Künstler stoppen

Uneinig war man sich über den derzeitigen Ist-Zustand der heimischen Kulturszene. Man schwankte zwischen „nicht vorhanden“ bis hin zu „ durchaus ausbaufähig“. Die meisten Anwesenden beklagten denn auch die Abwanderung der Künstler in die Großstädte bzw. die Tatsache, dass viele kulturelle Aufbrüche in den vergangenen Jahren bereits im Keim erstickt wurden.

Die Idee kam auf, dem sogenannten „Wildwuchs“, nämlich dem relativ unorganisierten und eher schlecht vernetzten künstlerischen „Underground“ eine größere Plattform zu bieten. Gelegenheiten und Möglichkeiten zu schaffen, sich zu treffen, kennenzulernen und diese Treffen so zu gestalten, dass die Kreativen sich einem breiten Publikum präsentieren können. Dass es genug von diesem „Wildwuchs“ gibt, auch da war man sich einig. Dass es aber eben auch der besonderen Intervention der erfahrenen Kulturschaffenden bedarf, um dieser nachwachsenden Szene eine Möglichkeit zu bieten, ihre Kreativität hier an der Lenne und überhaupt im MK zu leben.

Nachhaltige Unterstützung

Die Meinungen gingen teilweise auseinander.

Einfacher Aktivismus sei dabei nicht ausreichend, man war sich sehr einig, dass nicht nur zu analysieren ist, was genau gebraucht wird, um den Künstlern zu helfen, sich im Lennetal weiterzuentwickeln, sondern dass dies auch nachhaltig sein muss. Etwas, was nicht einfach wirkungslos verpufft, sondern zu einem echten Aufbruch führt.

Als man an diesem Abend auseinander ging, hatten die Anwesenden ihren gemeinsamen Nenner gefunden: Gemeinsam Fundamente schaffen, die tragen und es möglich machen, dass das, was da ist an kreativem Potenzial und sich bisher nicht entwickeln konnte oder durfte, dann im Fokus steht.

Wille zur Veränderung

Die Anwesenden gingen an diesem Abend mit dem Gefühl nach Hause, zumindest einige kleine Schritte weiter zu sein. Es gibt genug Potenzial. Der Wille zur Veränderung ist da, ebenso wie der Wille zur Zusammenarbeit. Beispiele wie die des Kulturbahnhofes in Lethmathe zeigen zudem, dass es möglich ist, Erfolg zu haben und eine Region kulturell wieder zu beleben.

Das vierte Treffen der Kulturschaffenden wird in Altena stattfinden auf der Burg Holzbrinck. Dann geht es darum, erste Dinge in Bewegung zu setzen, die gewonnenen Erkenntnisse in ein stimmiges Konzept zu bringen und dieses zügig umzusetzen. Die Teilnahme ist für jeden offen, der Lust hat, an Kultur und ihrer Belebung entlang der Lenne mitzuwirken. Der Termin steht auch schon fest: 6. Juni 2017 ab 19 Uhr!

 

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