Der Spaß beim Foto-Shooting hat einen ernsten Hintergrund: Beim Kampf gegen den Klimawandel gilt ebenso wie beim Einsatz für mehr gesellschaftliche Teilhabe das Motto: "Nicht reden, sondern handeln". Foto: Daniel Kühn

Lüdenscheid. „Nicht reden, sondern handeln“: Die Botschaft des Fotoshootings, an dem sich der Lüdenscheider SPD-Landtagsabgeordnete bei seinem Besuch in der Förderschule „An der Höh“ beteiligte, ist klar. Sie lautet: Anpacken. Die Foto-Aktion ist Teil des Engagements der Förderschüler und der benachbarten Gesamtschule gegen den Klimawandel https://www.plant-for-the-planet.org/de/startseite Das Motto könnte aber auch auf die Mammutaufgabe einer weitreichenden Inklusion nicht nur in den Schulen, sondern auch in der gesamten Gesellschaft beziehen.

Gut beschützt nach oben: Die Regenschirm-Skultur im Treppenhaus ist ein Symbol für die Philosophie der Schule. Foto: Wolfgang Teipel
Gut beschützt nach oben: Die Regenschirm-Skulptur im Treppenhaus ist ein Symbol für die Philosophie der Schule. Foto: Wolfgang Teipel

„In anderen Regionen ist man Deutschland um gut 50 Jahre voraus“, sagt Schulleiter Jürgen Rittinghaus. Er und seine Kollegin Petra Polomski zogen zusammen mit Gordan Dudas und der TACH!-Redaktion Bilanz einer weiteren Praktikumsstation des Lüdenscheider SPD-Politikers.

Überraschende Erkenntnisse

„Freitag ist DienstTag“ heißt es einmal pro Monat für Dudas. Bei seinen Kurzpraktika will er den Alltag in Einrichtungen und Betrieben seines Wahlkreises kennenlernen. Oft gewinnt er dabei überraschende Erkenntnisse. „Der rücksichtsvolle Umgang der Schüler miteinander hat mich verblüfft. Das hatte ich so nicht erwartet“, sagte Dudas. Auch das Engagement, mit dem sich die Pädagogen jedem Einzelnen zuwenden, war für ihn eine besondere Erfahrung. Für sie gelte die Maxime: „Es gibt keine behinderten Kinder, sondern Kinder mit Stärken und Schwächen“, erläuterte Schulleiter Jürgen Rittinghaus. Nur mit dieser Einstellung sei zu schaffen, Heranwachsenden die größtmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

„Die Barrieren in den Köpfen müssen fallen“

Das koste Personal und damit Geld. Zudem sei ein weiteres Umdenken erforderlich. „Die Barrieren in den Köpfen müssen fallen“, betonte der Schulleiter. Gordan Dudas wünscht sich ein inklusives Schulmodell, wie er es in Südtirol erlebt hat. Hier besuchen Schüler Schulzentren, in denen zunächst keine Klassifizierung der Kinder stattfindet. Schwache Schüler nehmen unter einem Dach am gemeinsamen Unterricht teil und werden nur zeitweise besonders betreut, wenn das unter pädagogischen Gesichtspunkten erforderlich ist. „So profitieren alle Kinder voneinander“, sagte Jürgen Rittinghaus. Auch er wünscht sich, dass sich Bildungspolitiker in Deutschland den Antworten stellen, die solche Unterrichtsmodelle liefern. Er nennt das „lösungsorientiertes Denken“.

Petra Polomski und Schulleiter Jürgen Rittinghaus (rechts) stellten ihrem Tagespraktikanten Gordan Duas die Räume und Unterrichtsmaterialien vor. Foto: Wolfgang Teipel
Petra Polomski und Schulleiter Jürgen Rittinghaus (rechts) stellten ihrem Tagespraktikanten Gordan Duas die Räume und Unterrichtsmaterialien vor. Foto: Wolfgang Teipel

Die Schule „An der Höh“ mit ihren zurzeit rund 230 Schülern und 63 Pädagogen sei weit damit gekommen, sagte Gordan Dudas. Allgemein würde aber in Deutschland über solche Modelle zu wenig gesprochen. Außerdem: „Es kann nicht so bleiben, dass sich Deutschland als reiches Land bei den Bildungsausgaben im unteren Drittel des OECD-Schnitts bewegt.“ (Anmerkung der Red: OECD eine internationale Organisation mit 35 Mitgliedstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen.)

Pech beim Kartenspiel

Gordan Dudas hat mit den Kindern und Jugendlichen gelesen, gespielt, sich mit ihnen unterhalten und dabei viel Entgegenkommen und Neugierde erlebt. Welche Stärken die Schüler unter anderem besitzen, musste er leidvoll beim Kartenspiel erfahren. „Natürlich habe ich verloren. Sie waren einfach zu schnell für mich . . .

 

 

 

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here