Statistik der Bundesagentur für Arbeit: gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen und gemeldete Berufsausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres (01. Oktober bis 30. September des Folgejahres) im Jahresvergleich.

Märkischer Kreis. Die Agentur für Arbeit Iserlohn zieht gemeinsam mit ihren Ausbildungsmarktpartnern Bilanz zum Ausbildungsjahr 2016/17 und gibt dazu folgende Pressemitteilung heraus:

„Wir können für das Ausbildungsjahres 2016/17 eine erfreuliche Bilanz ziehen. Es kommen 1,03 Berufsausbildungsstellen auf einen Bewerber. Ein solch ausgeglichenes Bild ist längst nicht überall in Nordrhein-Westfalen oder dem Bundesgebiet erkennbar. Sehr positiv ist, dass sich trotz rückläufiger Schulentlasszahlen die Anzahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber in der Berufsberatung im Vergleich zum Vorjahr nahezu gehalten hat. Daraus erkennbar ist das hohe Interesse der Jugend an einer betrieblichen bzw. schulischen Ausbildung“, berichtet Agenturchefin Sandra Pawlas.

3.211 Jugendliche haben sich im Beratungsjahr 2016/ 17 in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt suchten damit 0,2 Prozent (- 5 Personen) weniger als ein Jahr zuvor über die Agentur für Arbeit Iserlohn eine Ausbildungsstelle. Zum Ende des Beratungsjahres blieben noch 282 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Dem gegenüber wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice im Zeitraum Oktober 2016 bis September 2017 insgesamt 3.323 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 6,5 Prozent (+ 204 Stellen) mehr Stellenmeldungen als im vorherigen Beratungsjahr. Zum Ausbildungsjahrende gelten noch 126 Jugendliche als „unversorgt“.

Ausbildungswille der Arbeitgeber ist hoch

Sandra Pawlas Foto: Agentur für Arbeit Iserlohn

Sandra Pawlas führt aus: „Regelmäßig wird ein Teil der Ausbildungsstellen nicht besetzt, weil Angebot und Nachfrage aus verschiedenen Gründen divergieren. Da stecken berufsfachliche, regionale und qualifikationsspezifische Gründe hinter, infrastrukturelle Schwierigkeiten, insbesondere ungünstige Verkehrsbedingungen, aber auch Vorbehalte seitens der Jugendlichen gegenüber Ausbildungsbetrieben und Branchen und letztlich auch Einstellungsverzichte von Arbeitgebern mangels aus ihrer Sicht geeigneter Bewerber. Der Ausbildungswille der heimischen Arbeitgeber ist hoch und ein Plus von rund 200 Ausbildungsstellen zum vergangenen Ausbildungsjahr erkennbar. Der Wettbewerb um Auszubildende wird jedoch schwieriger. Vielfach erkennen wir unbesetzte Ausbildungsstellen im Bereich der Metallverarbeitung, allerdings auch im Handel, kaufmännischen Bereich sowie im Handwerk. Die Anzahl der unbesetzten Stellen ist wesentlich höher als die Anzahl der unversorgten Bewerber. Wie im vergangenen Jahr lässt sich daraus erkennen, dass viele Arbeitgeber nicht den gewünschten Nachwuchs finden. Mehr denn je wächst meine Hoffnung, dass sich unsere Arbeitgeber künftig noch mehr als zuvor auf das bestehende Bewerberpotential einlassen und im Zweifel bei ihren Einstellungen auf Unterstützungsmöglichkeiten der Arbeitsagentur zurückgreifen. Ziel der Förderinstrumente ist es, die Einstellungsbereitschaft von Betrieben durch das Angebot sozialpädagogischer Betreuung der Azubis sowie Stützunterrichts zu erhöhen, sowie Ausbildungsabbrüche durch gezielte und abgestimmte Förderung zu verringern.“

Resümee der Ausbildungsmarktpartner

„Aus Sicht des Märkischen Arbeitgeberverbandes belegt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis im Berichtsjahr 2016/2017 die hohe Ausbildungsbereitschaft der heimischen Wirtschaft. So haben die Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr um über 8 Prozent auf 3.112 Stellen gesteigert. Dies zeigt den hohen Ausbildungswillen und dass sich Investitionen in die eigene betriebliche Ausbildung lohnen. Andererseits werden sich viele Betriebe künftig darauf einstellen müssen, ihre freien Ausbildungsplätze auch mit geringer qualifizierten Jugendlichen zu besetzen. Schon aus Eigeninteresse sollten sie diese Möglichkeit zur Nachwuchssicherung nicht auslassen. Zur Unterstützung seiner Mitgliedsunternehmen hat deshalb der Märkische Arbeitgeberverband zusammen mit der Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne das Modell-Projekt „Förderung der Ausbildungsfähigkeit“ entwickelt. Die Maßnahme hat das Ziel, Jugendliche ohne Lehrstelle, die zur Zeit noch das Hönne-Berufskolleg in Menden besuchen, in einer siebenmonatigen Ausbildungsvorbereitungsphase für eine reguläre Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie zu qualifizieren,“ erklärt Dr. Bettina Schwegmann, Geschäftsführerin des Märkischen Arbeitgeberverbandes.

„Die großen Chancen der dualen Berufsausbildung müssen viel stärker in das Bewusstsein von Schülern, Eltern und Lehrern gerückt werden“, so Kristina Junge vom Arbeitgeberverband der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid. Sie ergänzt: „Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen gestaltet sich regional und ist von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. Offene Ausbildungsplätze, gerade im technischen Bereich, können oft nicht besetzt werden. Umgekehrt nehmen immer noch zu viele junge Menschen statt an betrieblichen Maßnahmen an schulischen oder außerbetrieblichen Maßnahmen teil. Um die Berufswünsche der Schulabgänger noch besser mit dem bestehenden Angebot überein zu bringen, organisiert der Arbeitgeberverband zahlreiche Maßnahmen zur Berufsorientierung. Im Berufsparcours oder InfoTruck des Verbandes haben Schüler beispielsweise schon frühzeitig die Möglichkeit, sich einen Überblick über die bestehenden Ausbildungsberufe zu verschaffen.“

„Das Jobcenter Märkischer Kreis hat im Ausbildungsjahr 2016/2017 463 Jugendliche in eine betriebliche, außerbetriebliche oder schulische Ausbildung vermittelt“, erklärt Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis. Auch in diesem Ausbildungsjahr wurde erneut deutlich, dass viele Jugendliche eine intensive Begleitung für eine realistische Selbsteinschätzung im Hinblick auf die angebotenen Ausbildungsstellen und die Anforderungen des Ausbildungsmarktes benötigen. „Auch aufgrund einer unklaren Selbsteinschätzung und fehlendem Vertrauen in die eigenen Kompetenzen hält der Trend zu einem Verbleib in den gewohnten Schulstrukturen mit dem Ziel eines höheren Bildungsabschlusses oder einer schulischen Ausbildung weiter an“, so Riecke. Eine der zentralen Herausforderungen und Aufgaben für die Beratungsfachkräfte und Ausbildungsstellenvermittler des Jobcenters in den nächsten 2 bis 3 Jahren wird die Integration von geflüchteten jungen Menschen in Ausbildung darstellen. In diesem Jahr haben 6 geflüchtete Jugendliche eine Ausbildung aufgenommen und 9 eine Einstiegsqualifizierung begonnen. „Die meisten geflüchteten Menschen erreichen aber leider noch nicht das für eine Ausbildung notwendige Sprachniveau“, so die Einschätzung des Jobcenter-Geschäftsführers.

Sandra Pawlas erklärt abschließend: „Obwohl das Ausbildungsjahr bereits geendet hat, bestehen auch jetzt noch Möglichkeiten für Arbeitgeber und Bewerberinnen und Bewerber. Die Partner des Ausbildungskonsens arbeiten in den nächsten Wochen noch einmal sehr intensiv und gemeinschaftlich daran, für beide Seiten individuelle Lösungen zu finden und Ausbildungsverhältnisse entstehen zu lassen.“

INFO

Das Ausbildungsjahr 2017/18 hat bereits begonnen. Arbeitgeber als auch Bewerberinnen und Bewerber können folgende Kontaktdaten nutzen, um mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur für die Ausbildungsstellenmeldungen sowie Terminierungen in der Berufsberatung in Kontakt zu kommen:

  • Ausbildungsbetriebe erreichen den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit Iserlohn und Jobcenter Märkischer Kreis kostenlos unter der Durchwahl 0800/ 4 5555 20
  • Alle Bewerber für Ausbildungsstellen erreichen die Berufsberatung kostenlos unter der Durchwahl 0800/ 4 5555 00.

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