Das Mahle-Brockhaus-Werk in Plettenberg-Kückelheim soll von der österreichischen Frauenthal-Holding übernommen werden. Foto: MAHLE GmbH

Plettenberg. Zu den bekannt gewordenen Plänen des MAHLE-Konzerns, die Werke Mahle Brockhaus Plettenberg und Roßwein zu verkaufen, nehmen die MAHLE-Gesamtbetriebsräte, die IG Metall Stuttgart sowie die IG Metall Märkischer Kreis gemeinsam Stellung. Sie kritisieren diese Strategie und fordern „ein vernünftiges Zukunftskonzept“.

Die Stellungnahme der Arbeitnehmervertretungen im Wortlaut:

Am Donnerstag wurde der Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrates der MAHLE GmbH über Verkaufsabsichten zweier weiterer Standorte des Konzerns informiert. Damit geht der Verkauf verschiedener Standorte in eine neue Phase und trifft nach den Standorten Öhringen, Hamburg, Schwaikheim und Mylau zwei Standorte der Motorenkomponenten.

Nach Angaben der Vertreter der MAHLE GmbH, Dr. Paulik und Herr Glowatzki, sollen die profitablen Pleuelfertigungswerke in Plettenberg (Sauerland) und Roßwein (Mittelsachsen) verkauft werden. Betroffen sind in Plettenberg über 500 und in Roßwein mehr als 120 Beschäftigte, die in eine unsichere Zukunft blicken. Damit werden Pleuel als Motorkomponente nicht mehr als strategisches Produkt im MAHLE-Verbund gesehen.

Die Ankündigung des Arbeitgebers löste bei den Betriebsräten Ärger und Entsetzen aus. „Kurz nach Abschluss einer Zukunfts- und Beschäftigungssicherung wird ein Teilverkauf des Konzerns bekanntgegeben. Das ist eine Unverschämtheit, da die Überlegungen der Arbeitgeberseite offensichtlich nicht erst nach der Unterschrift stattgefunden haben“, sagt Martin Maaß, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses.

Die Betriebsräte der einzelnen Standorte werden nun diskutieren, wie mit der veränderten Situation umgegangen wird, da „kein Standort, der Anteile für den Verbrennungsmotor produziert, sicher sein kann auch zukünftig zur MAHLE-Familie zu gehören“, so Uwe Schwarte, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats.

Im Zukunfts- und Beschäftigungssicherungsvertrag ist vereinbart, dass ein Zukunftskonzept für die deutschen MAHLE-Standorte entwickelt werden soll. „Der Verkauf der Standorte ist aus unserer Sicht falsch und ist von einem vernünftigen Zukunftskonzept weit entfernt“, so Michael Kocken, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Stuttgart. „Ein Zukunftskonzept, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht reine Verkaufsmasse ist, werden wir nun gemeinsam massiv vorantreiben und Sicherheit für alle Mahle-Beschäftigten einfordern“, kündigt der Gewerkschafter an.

In der heutigen Betriebsversammlung hat die Geschäftsführung nochmal hervorgehoben, dass der Standort über umfassende Kernkompetenzen verfügt. Der Plettenberger Betriebsratsvorsitzende Eckhard Wach erklärte gegenüber der Belegschaft: „Ich erwarte, dass die Geschäftsführung diese Kompetenzen unter dem MAHLE-Dach weiter entwickelt und nicht die Belegschaft einfach verschleudert und die Verkaufsabsicht auch nicht weiter verfolgt.“

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall im Märkischen Kreis, stellte heraus: „Nun muss vorrangig gemeinsam mit den Betriebsratsgremien eine Vereinbarung ,Best Owner – Fair Owner‘ mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden. Diese soll dafür sorgen, dass nicht derjenige Bewerber den Zuschlag erhält, der den höchsten Preis zahlt, sondern derjenige, der die besten Regelungen für die Beschäftigten und die Zukunftssicherung des Standorts bietet.“

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