Die 19 ehrenamtlichen Landschaftswächter trafen sich zum Ehrfahrungsaustausch im Kreishaus. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

(PMK) – Sie verstehen sich als Anwälte der Natur und Partner von Flora und Fauna – die 19 ehrenamtlichen Landschaftswächter des Märkischen Kreises. Sie sind die Augen der Unteren Landschaftsbehörde vor Ort. „Pflanzen und Tiere können uns ihre Probleme und Sorgen ja nicht mitteilen, das müssen wir erkennen und entsprechend reagieren“, so Heinrich Stüeken aus Balve.

Die Landschaftswächter trafen sich jetzt im Lüdenscheider Kreishaus zu ihrem turnusmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander und mit der Kreisverwaltung. Sie hatten nichts Gutes zu berichten, ganz im Gegenteil. Die Zahl derjenigen, die rücksichtslos Wanderparkplätze, Gehwege oder Naturschutzgebiete mit ihrem Müll verschandeln, steigt. Michaela Diller, Landschaftswächterin in Meinerzhagen, zeigte eindrucksvolle Bilder von verdreckten Parkplätzen und verunreinigten Bachläufen in ihrem Zuständigkeitsbereich. „Je näher man an die Siedlungsgebiete kommt, desto schlimmer wird es“, so Michaela Diller.

Hermann Reyher, seit zwei Jahren ehrenamtlicher Landschaftswächter in Kierspe, konnte aber auch von kleinen Erfolgen berichten. „Größere Probleme hatten wir im Naturschutzgebiet Unteres Kerspetal mit dem Ausflugsverkehr. Wir haben verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betrieben und die Personen direkt auf ihr Fehlverhalten angesprochen. Das hat Wirkung gezeigt.“ Ein Vorgehen, das von der Unteren Landschaftsbehörde ausdrücklich gewünscht wird. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass es mehr bringt, den direkten Kontakt zu den Leuten aufzunehmen als gleich mit der gesetzlichen Keule zu arbeiten“, so Friedrich-Wilhelm Korspeter, Fachdienstleiter Naturschutz und Landschaftspflege beim Märkischen Kreis.

Heinrich Stüeken beschwerte sich darüber, dass örtliche Ordnungsbehörden oder Bauhöfe manchmal erst sehr spät auf die Verunreinigungs-Hinweise der ehrenamtlichen Landschaftsschützer reagieren. Kreisdirektorin Barbara-Dienstel Kümper zeigte dafür Verständnis: „Es muss zunächst alles versucht werden, den Verursacher zu ermitteln. Wer den Dreck in die Landschaft kippt, der soll ihn auch wieder abholen. Es kann ja nicht sein, dass dies immer zu Lasten des Steuerzahlers geht.“

Landrat Thomas Gemke bedankte sich bei den Landschaftswächtern für deren engagierten Einsatz. „Am 1. Juli 1981 haben wir die erste Landschaftswacht im Märkischen Kreis eingerichtet. Heute, fast 33 Jahre später, freue ich mich feststellen zu dürfen, dass sich dieser Dienst an unserer Natur bewährt hat. 19 ehrenamtliche Landschaftswächter sind in Feld und Flur des Märkischen Kreises unterwegs.“ Der Kreis sei eine alte Industrieregion im Grünen, die stärkste in NRW und die drittstärkste in ganz Deutschland. Die Industrie zu stärken und dabei die Natur zu schützen und zu erhalten, sollte uns allen ein wichtiges Anliegen sein. „Das ist aber nicht so selbstverständlich, wie wir eigentlich denken.“
Gemke dankte den Landschaftswächtern dafür, dass sie freiwillig und ohne dafür Lohn zu beanspruchen, Zeit und Kraft in den wichtigen Dienst des Umwelt- und Naturschutzes investieren.

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