Plettenberg. Ein Anrufer meldete am Samstagnachmittag gegen 14 Uhr per Notruf der Kreisleitstelle eine Rauchentwicklung aus dem ehemaligen Schmiedebetrieb der Fa. A. Vieregge-Elsethal im Lehmweg.  Etwa eine halbe Stunde zuvor hatte er zwei spielende Kinder auf dem Fabrikgelände beobachtet und vermutete diese noch im Gebäude.

Dies war die Ausgangslage des jährlichen Anübens aller Löschzüge der Plettenberger Feuerwehr.

Als die ersten Kräfte der zuständigen Löschgruppe Holthausen sowie die Drehleiter der hauptamtlichen Wache an der Einsatzstelle eintrafen, drang Rauch aus den ehemaligen Produktionshallen des Hauptgebäudes mit dem vorgebauten Bürotrakt. Über den Innenhof der Fabrik wurden sofort Löschschläuche verlegt und unter schwerem Atemschutz gingen Trupps zur Menschenrettung ins Innere des Gebäudes vor, um die beiden vermissten Kinder, dargestellt durch Übungspuppen, zu suchen. Zu dieser Zeit waren die Hallen durch künstlich erzeugten Übungsnebel und echtes Feuer in Form von unbehandeltem Brennholz verraucht. Nach und nach trafen die weiteren alarmierten Einheiten im Lehmweg ein und wurden von Gesamteinsatzleiter Heinz- Wilhelm Klaucke koordiniert.

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Einsatzleiter Heinz-Wilhelm Klaucke koordinierte die Einheiten der Plettenberger Feuerwehr beim Anüben in Holthausen. Foto: Komplett-Magazin/Martin Büdenbender

Weitere Übungsziele neben der Menschenrettung waren eine umfangreiche Brandbekämpfung von mehreren Seiten des Gebäudes und die Verhinderung des Übergreifens des Brandes zum baulich verbundenen Wohn- und Bürogebäude. Das Löschwasser hierzu wurde aus den Tanks der Löschfahrzeuge, aber auch mit tragbaren Pumpen aus dem Elsebach, sowie aus dem Hydrantennetz der Holthauser Wasserversorgungs-GmbH gefördert. Auch die Führungsstrukturen der Feuerwehr und ein Funkkonzept in Verbindung mit den einzelnen Einsatzabschnitten, welches kreisweit bei solchen Lagen zum Einsatz kommt, kamen zur Anwendung.

Während der Übung kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Ein unter Druck stehender Löschschlauch zerplatzte plötzlich und riss dabei eine Feuerwehrkraft zu Boden. Diese verletzte sich zum Glück nur leicht und wurde mit dem Rettungswagen zur Behandlung ins Plettenberger Krankenhaus gebracht.

Die Übung wurde von zahlreichen  Bürgern, Vertretern von Politik und Verwaltung sowie Bürgermeister Ulrich Schulte beobachtet, die sich von der Technik und dem Leistungsstand ihrer Feuerwehr vor Ort überzeugen konnten.

Insgesamt sehr zufrieden mit der Übung zeigten sich der Leiter der Feuerwehr Markus Bauckhage und seine beiden Stellvertreter Markus Hüsken und Frank Hinkelmann, die das Geschehen als Beobachter verfolgten. Ein genaues Resümee aus diesen Beobachtungen soll demnächst in einer Führungskräftesitzung der Feuerwehr aufgearbeitet werden.

Während des gesamten Übungsverlaufes sorgten die Mitarbeiter der Feuer- und Rettungswache sowie die ehrenamtlichen Kräfte der Löschgruppe Oestertal für die Sicherstellung des Brandschutzes im Stadtgebiet an der Feuerwache.

Feuerwehr-Musikzüge spielen auf

Im Anschluss an die Übung trafen sich alle beteiligten Einsatzkräfte in der Feuer- und Rettungswache zu einer Nachbesprechung und um sich mit einem Essen der feuerwehreigenen Feldküche der Löschgruppe Stadtmitte zu stärken. Untermalt wurde der Abschluss in der Wache durch die beiden musiktreibenden Züge der Feuerwehr Plettenberg.

Heinz-Wilhelm Klaucke, der gemeinsam mit Andreas und Thomas Gritschke die Übung im Vorfeld ausgearbeitet hatte, bedankt sich herzlich bei der Fa. Fastenrath, die das Übungsobjekt zur Verfügung gestellt hatte.

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