Taschendiebstahl
Ab 10. Juli beteilgt sich die MK-Polizei an einer Aufklärungsaktion zum Thema Taschendiebstahl. Foto: © Gerhard Seybert / Fotolia.com

Meinerzhagen/Bochum. In der vergangenen Woche häuften sich in der Bochumer Innenstadt, speziell im überregional bekannten „Bermuda-Dreieck“, Taschendiebstähle. Ein 27-jähriger Mann, der in Meinerzhagen lebt, wurde bei einem Sondereinsatz festgenommen. Ein Richter schickte ihn schließlich in Untersuchungshaft.

Die Opfer der Diebstähle berichteten der Polizei von nordafrikanischen Tätergruppierungen, die Personen zunächst bedrängen, umarmen und in ein Gespräch verwickeln. Im Rahmen dieses „Antanzens“ greifen sie dann gezielt in die Jackentasche ihres Opfers und zocken Handys und Geldbörsen. Zuvor gehen diese Kriminellen in Zweier- oder Dreigruppen durch die Lokale und suchen sich ihre späteren Opfer dort gezielt aus.

Bei dem Sondereinsatz gingen Zivilbeamte des Bochumer Einsatztrupps gegen diese einstudierten Taschendiebstähle vor. Dabei stellten die Polizisten fest, dass sich einige dieser sogenannten „Antänzer“ in der Stadt aufhalten.

Ausgerechnet ein Zivilbeamter als Opfer

Und dann geschah etwas, was auch nicht jeden Tag passiert. Eine dieser männlichen Personen sprach gegen 04.30 Uhr genau einen der Zivilbeamten an, legte ihm den Arm um die Schulter und fragte nach einer Zigarette. Kurz danach hörte der Hauptkommissar die Worte „Wir gute Freunde“ und spürte die kriminelle Hand dieses Menschen in seiner Jackentasche – in unmittelbarer Nähe des Diensthandys. Doch bevor die Hand „Böses“ tun konnte, war sie von den Handschellen des Beamten umhüllt, der „Kriminelle Spuk“ beendet und der Taschendieb, ein in Meinerzhagen lebender Mann (27), festgenommen.

Auch in Köln und Dortmund aufgefallen

Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 27-Jährige mit dieser Masche bereits auch in Köln und Dortmund aufgefallen war. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Mann bei Gericht vorgeführt. Dort ordnete ein Richter die Untersuchungshaft an.

Für den Meinerzhagener hat es sich zunächst „ausgetanzt“. Die Polizei warnt ausdrücklich vor Personen, die sich auf obige Art und Weise ebenfalls in den Innenstädten der Region auf dem „kriminellen Parkett bewegen“.

Hintergrund: Taschendiebstahl ist kein Gelegenheitsdelikt, sondern meistens organisierte Kriminalität. Der Ideenreichtum der Langfinger kennt keine Grenzen. Ob Gepäckdiebstahl, Trickdiebstahl oder Taschendiebstahl, die Tricks der Langfinger werden immer raffinierter. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst als Taschendiebstahl, den Diebstahl aus der am Körper getragenen Bekleidung sowie aus Handtaschen und anderen Aufbewahrungsmitteln. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2013 stellt alamierende Fallzahlen vor und weist einen Wert von 135.617 angezeigten Delikten auf (2012 = 117.277 Fälle). Zudem bleibt anzumerken, das ein Gepäck- oder Trickdiebstahl, sowie der Diebstahl unbarer Zahlungsmittel nicht mit in den Zahlenwert eingerechnet wurde. Die Aufklärungsquote beträgt 5,7% und hat somit im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen (2011=5,3%). Das bedeutet, das Taschendiebstahl das Delikt mit der niedrigsten Aufklärungsquote ist.

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