Hagen. Wissenschaftsstandort Deutschland. „Von den wissenschaftlich Beschäftigten an Universitäten verfügt nur jeder Zehnte über einen unbefristeten Arbeitsvertrag“, kritisiert die Gewerwerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Das soll sich ändern, sagt auch die Politik. Hierzu findet am Dienstag 17. November ein Disskussionsabend in der Feruni Hagen statt.

In der FernUniversität  Hagen wird am 17. November die Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes diskutiert. Foto: Tonscheidt
In der FernUniversität Hagen wird am 17. November die Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes diskutiert. Foto: Tonscheidt

Bundestagsabgeordnete Giousouf und Röspel
diskutieren mit Personalratsvorsitzenden

Die Hagener Bundestagsabgeordneten René Röspel (SPD) und Cemile Giousouf (CDU) sind ab 19 Uhr zu Gast, teilt die GEW mit. Die beiden Mitglieder des Wissenschaftsausschusses diskutieren mit den Personalratsvorsitzenden Birgit Feldmann (FernUniversität) und Bernadette Stolle (Fachhochschule Südwestfalen) die zurzeit in der parlamentarischen Beratung befindliche Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG).

Bundesministerin Wanka:
Die Novelle ist notwendig

Zeitliche Befristung von Arbeitsverträgen wirkt sich massiv auf die Beschäftigten und ihre soziale Sicherheit aus. Die Zahl der Betroffenen ist im Wissenschaftsbereich alles andere als gering, da sind sich Gewerkschaft GEW und die Bundesregierung einig. „Die Novelle ist notwendig, weil es Fehlentwicklungen an den Hochschulen gegeben hat. Dort haben über 50 Prozent der jungen Wissenschaftler nur Ein-Jahres-Verträge“, so Bildungsministerin Wanka am 5. November bei der ersten Lesung im Bundestag.

GEW: Gesetzgeber muss Riegel vorschieben

Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, sagt mit Blick auf die erste Lesung des neuen Gesetzentwurfs: „Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten – es ist allerhöchste Zeit, dass der Gesetzgeber dem Befristungswahn von Hochschulen und Forschungseinrichtungen einen Riegel vorschiebt.“

Bernadette Stolle, GEW-Mitglied und Vorsitzende des Personalrats der wissenschaftlich Beschäftigten der Fachhochschule Südwestfalen kann zwar feststellen, dass „an den Fachhochschulen die Befristungsraten nicht so gravierend sind wie an den Universitäten“, dennoch bestehe das Problem: „Auch hier werden Stellen in der Regel befristet ausgeschrieben.“

Positiv stellen die Interessenvertreter der wissenschaftlichen Beschäftigten auf politischer Ebene über Parteigrenzen hinweg Konsens darüber fest, dass die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen verbessert werden müssen. Dazu gehört eine Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG). Mit Röspel und Giousou stehen Bundestagsabgeordnete zur Diskussion zur Verfügung, die als Mitglieder des zuständigen Fachausschusses den gesamten parlamentarischen Prozess begleitet haben und begleiten. Mit ihnen soll über Zielsetzungen und Hintergründe der Gesetzesnovelle gesprochen werden.

Veranstaltung für Betroffene und Interessierte

Die Veranstaltung findet in der Fernuni Hagen, Universitätsstraße 33, Seminargebäude KSW, Raum 1-3, statt. Nicht nur betroffene Hochschulmitglieder sind eingeladen, sondern alle am Thema Interessierten.

Weitere Infos zum Thema gibt es bei Bernadette Stolle von der GEW-Hagen, bernadette.stolle@gew-hagen.de

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