Dr. Benedikt Knof, Prof. Dr. Rolf Larisch und Dr. Dieter Schnalke an einem Gerät für PET-CT. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. HPV-Viren sind tückisch. Mittlerweile verursachen sie mehr Krebs in Mund und Rachen, als Tabak oder Alkohol. „Die Zahl der Erkrankungen ist in den vergangenen zehn jahren um etwa 25 Prozent gestiegen“, sagt Dr. Benedikt Knof, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Anlässlich des „World Head and Neck Cancer Day“ am Donnerstag, 27. Juli, machte er mit seinen Kollegen Prof. Dr. Rolf Larisch, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin und Dr. Dieter Schnalke, Direktor der Klinik für Strahlentherapie, auf Präventions-, Diagnose- und Therapie-Methoden am Klinikum Hellersen vor.

Sechsthäufigste Krebserkrankung

„Krebs im Kopf- und Halsbereich zählt zu den sechsthäufigsten Krebsarten“, berichtet Dr. Benedikt Knof. Die Zahl der Betroffenen sei allerdings nicht zu unterschätzen. Jährlich erhielten weltweit rund 600.000 Menschen eine solche Diagnose. Etwa 50 Prozent davon überlebten nach der Erkennung bis zu fünf Jahren.

Erste Symptome oft harmlos

Eine gefährliche Krebsform, die sich meist durch harmlose Symptome ankündigt. „Wer mehr als drei Wochen heiser ist, oder drei Wochen lang etwa unter einseitigem Nasenbluten leidet, wer andauernden Schluckbeschwerden hat oder hartnäckigen Flecken im Mund feststellt, sollte einen HNO-Arzt aufsuchen“, empfehlen die drei Mediziner. Sie haben aber festgestellt: „Ob kommen die Menschen erst, wenn es zu spät ist.“ Ein Karzinom auf dem Stimmband lassen sich in der Regel unproblematisch mit Laser entfernen. Wenn der Krebs bereits auf den Kehlkopf übergegriffen habe, dann müsse die Medizin alle Register ziehen.

Drei Fachrichtungen unter einem Dach

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung seien am Klinikum Hellersen sehr gut. „Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Nuklearmedizin und Strahlentherapie arbeiten hier unter einem Dach eng zusammen.“ Das ermögliche neben dem ständigen Austausch der Fachrichtungen auch das Aufstellen individueller Behandlungspläne. Dazu komme die medizin-technische Ausstattung. Das ermögliche je nach Fall Behandlungen mit einer Kombination aus spezieller Röntgen- und PET-CT-Diagnostik, Chemo-, Bestrahlungs- und operativer Therapie, getakteter Nachsorge sowie einer sozialen Begleitung durch das Case Management des Kilinkums.

Was passiert bei einem Verdacht?

Was passiert bei einem Verdacht? Zur Diagnose sehen sich die Mediziner bei Spiegelungen der Luft- und Speiseröhre den ganzen Kopf- und Halsbereich an, erklärten die drei Spezialisten. „Das ist unangenehm und passiert unter Vollnarkose“, sagt Dr. Benedikt Knof.

Mit den Möglichkeiten der Nuklearmedizin lasse sich herausfinden, wo sich Metastasen gebildet haben, erläuterte erklärte Professor Larisch. Dazu sei das PET-CT, eine Kombination aus zwei bildgebenden Verfahren eine geeignete und fortschrittliche Möglichkeit. PET steht für Positronen Emissions Tomographie, CT für Computertomographie.

Wie funktioniert das PET-CT?

Wie funktioniert das? Dem Patienten wird eine kleine Menge radioaktiver Zuckerlösung verabreicht. Die Tumorzellen nehmen diese Lösung auf und werden so markiert. Dann sind sie auf den Bildern gut zu sehen.

Anschließend werden sie in der Strahlentherapie behandelt. „Anhand des PET-CTs können wir die Strahlen exakt ausrichten und dosieren“, sagt Dr.  Dieter Schnalke. Nur so ließen sich unliebsame Nebenwirkungen in Grenzen halten. „Ganz vermeiden lassen sie sich allerdings nicht.“

Die drei Mediziner sind froh, dass die Krankenkassen seit Januar dieses Jahres die Kosten für ein PET-CT übernehmen. „Dafür haben wir zehn Jahre lang gekämpft“, betont Prof. Dr. Rolf Larisch. Eine gute Botschaft.

Nikotin in Kombination mit Alkohol sehr gefährlich

Am heutigen „World Head and Neck Cancer Day“ warnen die drei Mediziner insbesondere Raucher.  Bei ihnen entwickele sich 15 Mal häufiger ein Kopf-Hals-Tumor als bei einem Nichtraucher, erklärt Dr. Benedikt Knof. Und: „Alkohol in Kombination mit Nikotin potenziert diese Gefahr.“

 

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