Knochenmühle
Jeweils zur vollen Stunde können die Besucher das Stampfwerk in Aktion erleben.

Meinerzhagen. Die Interessengemeinschaft Knochenmühle im Heimatverein Meinerzhagen lädt für Pfingstmontag, 25. Mai, wieder zum Mühlentag an der Knochenmühle in Mühlhofe ein. An diesem Tag ist das liebevoll restaurierte Baudenkmal von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Besucher können die Mühle zu jeder vollen Stunde in Aktion erleben und zuschauen, wie das mit Wasserkraft angetriebene Stampfwerk Knochen zerkleinert. Rund um die Mühle wird ein Markt mit vielen Ständen aufgebaut. Hier werden die verschiedensten Dinge von schön bis lecker angeboten. Dazu gibt es Stände mit Mitmach-Aktionen. Unter anderem können die Besucher des Mühlentages sich im Bogenschießen versuchen.

In der Heimatstube können die Gäste bei Kaffee und Kuchen die Ausstellungsstücke bewundern, die über viele Jahre zusammengetragen worden sind. Außerdem lohnt ein Abstecher in die Scheune. Hier werden landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Weiter sind eine Schreiner- und eine Schusterwerkstatt zu sehen.

Alpakas bevölkern das Gelände

Zu den Attraktionen beim Mühlentag zählen auch Alpakas. Sie werden das Gelände in Mühlhofe bevölkern. Die Interessengemeinschaft Knochenmühle kümmert sich mit Grillwurst, Steaks, Reibeplätzchen, leckeren Salaten oder Waffeln und Torte um ihre Gäste. Auch für Getränke ist selbstverständlich gesorgt.

Knochenmühle
Dieses Wasserrad treibt das Stampfwerk in der Mühle an.

Die Mühle liegt im Tal der Ihne in der Ortschaft Mühlhofe (östlich von Valbert) und ist zusammen mit den Mühlen in Fretter und Eslohe die letzte erhaltene Knochenmühle in Westfalen.

Knochenmühle 1892 errichtet

Sie wurde 1849 von Gottfried Stamm als zweigeschossiges Bruchsteingebäude errichtet. Das benachbarte Wohnhaus stammt aus dem Jahre 1892. Zweck der Mühle war es, Tierknochen zu zerstampfen, um hieraus Mehl zu gewinnen, das als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Die notwendige Antriebsenergie lieferte die Ihne, von der ca. 250m von der Mühle entfernt Wasser abgezweigt und in einem Teich gestaut wird. In dem anschließenden Mühlengraben wird das Wasser seit der Renovierung unterirdisch weitergeführt und treibt auf der einen Seite des Gebäudes ein oberschlächtiges Wasserrad an, das mit einer Daumenwelle im Inneren der Mühle verbunden ist. Diese setzt die in einem Holzrahmen eingehängten Stampfer in Bewegung, die in einer vorgelagerten muldenförmigen Vertiefung die Knochen zerkleinern. Die Knochen selbst wurden entweder von den Metzgereien angeliefert oder von den umliegenden Schlachthöfen zum Bahnhof Kraghammer gebracht, von wo sie mit Pferdefuhrwerken zur Mühle transportiert wurden.

Knochenmehl als Düngemittel

Ausschließliche Eigentümer der Mühle waren seit der Erbauung Mitglieder der Familie Stamm, die mit dem produzierten Knochenmehl einen umfangreichen Handel trieben. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Mehl ausschließlich als Düngemittel benutzt. 1939 wurde dies allen derartigen Mühlen durch eine Verordnung der damaligen Reichsregierung verboten, so dass für kurze Zeit aus den zerstampften Knochen Seife und Leim hergestellt wurden. 1944/45 wurde die Mühle stillgelegt und begann danach zu verfallen.

In den 1980er Jahren wurden mit Unterstützung der Stadt Meinerzhagen, des Märkischen Kreises, des Amtes für Agrarordnung sowie des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen: So wurden u.a. die Stampfer und das Wasserrad wiederhergestellt, der Teich neu ausgebaggert und das Wehr erneuert. Die Knochenmühle steht seit 1986 unter Denkmalschutz und ist seit 1989 wieder voll funktionstüchtig.

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