Altstadt Lüdenscheid
Die Atmosphäre der Altstadt soll auf jeden Fall erhalten bleiben.

Lüdenscheid. Das Integrierte Handlungskonzept für die Lüdenscheider Altstadt könnte zu einem Hebel für weitreichende Verbesserungen werden. Darauf setzen Politik und Verwaltung der Bergstadt. Ein Anfang ist schon gemacht.

Modernisierung der Traditions-Gaststätte Schwejk, Umbau des ehemaligen Kinos zur Kochschule – private Investoren haben vorgelegt. „Wir haben Ideen, die weit über die nächsten Jahre hinausgehen“, kündigt Willi Deneke als Sprecher eines Zusammenschlusses von „Lüdenscheider Unternehmern, die Lüdenscheid lieben und die Stadt vehement voranbringen wollen“ an. Und Bürgermeister Dieter Dzewas ist sicher: „Jeder Euro öffentliche Förderung zieht mindestens drei Euro private Investitionen nach sich“, sagte er am Mittwoch bei einer Informationsveranstaltung der beiden SPD-Ortsvereine Bräucken/Versetal und Honsel/Worth zu den Plänen in Ober- und Altstadt. Schöne Aussichten für den historischen Stadtkern.

Politik sitzt in der Klemme

Die Entscheidung, in welchem Umfang für Vorschläge aus dem Integrierten Handlungskonzept umgesetzt werden sollen, werde voraussichtlich bei einer Ratssitzung im März fallen kündigte Stadtplaner Martin Bärwolf vor den rund 60 Besuchern der Veranstaltung an.

Salopp gesagt, sitzt die Politik in der Klemme. Das Haushaltssicherungskonzept engt den Handlungsspielraum ein. Nimmt die Stadt alle zugesagten Fördermittel in Anspruch, muss sie einen Eigenanteil von rund 5,8 Millionen Euro plus zusätzliche Personalkosten in siebenstelliger Höhe stemmen. Klar ist, dass nicht alle 75 Vorschläge, die im Zuge der Bürgerbeteiligung erarbeitet worden sind, umgesetzt worden sind. „Aber immerhin können wir selbst entscheiden, was wir streichen“, sagte Jens Voß, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bräucken/Versetal. Er moderierte den Informationsabend im Kulturhaus. Das sei allemal besser, als wenn Streichungen etwa vom Land verfügt würden.

Klaus Crummenerl: Stadt ist zum Handeln gezwungen

„Ich erwarte eine klare Entscheidung der Politik“, forderte Ex-Stadtdirektor Klaus Crummenerl. „Anhaltende Bevölkerungsverluste und Fachkräftemangel zwingen zum Handeln.“ Es dürfe nicht alles unter rein finanziellen Aspekten betrachtet werden.

Altstadt Lüdenscheid
Stadtplaner Martin Bärwolf erläuterte die Schlüsselprojekte des Integrierten Handlungskonzeptes.

Bezirks- und Landesregierung sehen die Planungen zur Belebung des Quartiers, zur Stärkung von Handel, Gastronomie und Kultur und zur Verbesserung der Wohnqualität wohlwollend. Lüdenscheid kann bei der geplanten Standort-Verlagerungen von Musikschule und Volkshochschule oder sogar einer Ansiedlung der Musikschule in der Nähe der Staberger Gymnasien sowie weiteren Schlüsselprojekten mit einer Förderquote von 80 Prozent rechnen. Das gelte auch für weitere Vorhaben wie barrierefreie Erschließung der Altstadt, die Umsetzung eines einheitlichen Pflasterkonzepts, die Schaffung von Spielflächen sowie für ein Fassaden- und Hofflächenprogramm, berichtete Stadtplaner Martin Bärwolf.

Dieter Dzewas: Steuererhöhungen ohnehin auf der Tagesordnung

Die Sorge, dass die Altstadterneuerung Steuererhöhungen nach sich ziehen werde, konnte Martin Bärwolf den Besuchern im Roten Saal des Kulturhauses nicht nehmen. „Steuererhöhungen stehen allerdings auch unabhängig von den geplanten Projekten bereits auf der Tagesordnung“, betonte Bürgermeister Dieter Dzewas als Gast der Versammlung. Klar sei auch, dass Grundstückseigentümer für bestimmte Ausbaumaßnahmen zur Kostenbeteiligung herangezogen würden, ergänzte Martin Bärwolf.

Riesen-Chance für Altstadt Lüdenscheid

Der Sparzwang, dem die Stadt unterliegt, darf aus Bärwolfs Sicht allerdings nicht dazu führen, dass das Integrierte Handlungskonzept zu stark beschnitten wird. Die Planungen machten nur in ihrer Gesamtheit wirklich Sinn. So sah das am Mittwoch auch eine Besucherin: „Das Handlungskonzept ist eine historische Chance für Lüdenscheid. Die dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, sagte sie.

 

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