Vilma Hellbusch aus Halver berichtete im Weltladen Meinerzhagen über ihr Alpaka-Projekt in Peru. Foto: Rüdiger Kahlke

 

Meinerzhagen/Halver. Vom sommerlichen Venezuela ins kalte Sauerland. Für Vilma Hellbusch ein Wechsel in ein ein neues kulturelles Umfeld – und ein Klimaschock. Die Peruanerin erinnerte sich an ein Wärme spendendes Produkt ihrer Heimat: Alpaka. Damit trotzte sie erst der Kälte hier und schuf dann für ihre Landsleute eine neue Einnahmequelle. Wie, das erzählte sie am Freitagabend im Weltladen in Meinerzhagen.

Schicksal selbst in die Hand genommen
Vilma Hellbusch präsentierte ihr Alpaka-Projekt, mit dem sie Landfrauen im Hochland von Peru hilft. Foto: Rüdiger Kahlke

„Die mutigen Frauen von Calapuja und Laraquieri“ hatten sie und ihr Mann Wolf den Vortrag überschrieben. Die Frauen im Hochland von Peru ziehen tagsüber mit den Alpaka-Herden durchs Hochland. Herkömmliche Landwirtschaft lassen die Höhenlage und das trockene Klima kaum zu. Großunternehmen kaufen die Wolle nach der Schur billig auf. Vilma Hellbusch ermutigte die Frauen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, statt Woll-Flies besser fertige Produkte zu verkaufen. Sie begannen die Wolle zu verspinnen und zu verstricken. Die Fertigprodukte importiert die Halveranerin und verkauft sie in Weltläden der Umgebung, so in Meinerzhagen, Lüdenscheid und dem bergischen Land.

Erfolge werden sichtbar

Der Dia-Vortag machte Erfolge sichtbar. Durch die Kooperation im Umfeld des Titicacasees auf etwa 4000 Metern Höhe konnte inzwischen Dorfhaus gebaut werden – auch mit Hilfe eines Pfarrers aus Italien. Ein paar Frauen können somit tagsüber im Dorf bleiben und die Kinder betreuen, wenn sie aus der Schule kommen. Selbst Computer gibt es in dem Dorfhaus, damit die Kinder nicht den Anschluss an die Welt von morgen verlieren. Und die Frauen, die tagsüber mit den Herden übers Hochland ziehen, bekommen faire Peise für ihre Produkte.

Probleme mit Größe der Europäer

Einige haben sich inzwischen selbstständig gemacht und exportieren Strickwaren nach Japan oder Kanada, berichtete Vilma Hellbusch. Andere geben den Frauen Kurse und vermitteln, was in Europa oder anderswo gefragt ist. Problem, so Vilma Hellbusch, waren anfangs die Größen. Europäer haben größere Hände, als die Peruaner im Hochland. Darauf mussten sich die Produzenten einstellen.

Neue Geschäftsfelder
2015_Alpaka-Produkte
Alpakas werden inzwischen auch in Deutschland gezüchtet. Die Tiere gelten als klimatisch robust. Foto: Rüdiger Kahlke

Alpaka-Wolle gilt als Wärme ausgleichend und angenehm zu tragen. Das haben auch Landwirte hierzulande bereits als Geschäftsfeld entdeckt. „12.000 Alpakas gibt es in Deutschland“, so Wolf Hellbusch. Deren Produkte werden auf Märkten oder in Hofläden verkauft. Die sind ein Markt für die Landfrauen aus dem peruanischen Hochland. Vilma Hellbusch ließ verschiedene Wollknäuel rumgehen. Die Griffprobe zeigte: die Qualität der Wolle hat sich deutlich verändert. Die Landfrauen haben dazu gelernt. Mit ihrer Wolle bedienen sie jetzt auch den Handarbeitsmarkt hier.

 

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