Waffeln backen für den guten Zweck. Viele Unterschriften und Spenden konnten die Lüdenscheider Frauen für den Erhalt der Friedensschule sammeln. Fotos. Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Eigentlich war ihre Schließung schon beschlossene Sache. Eigentlich. Die Lüdenscheider Friedensschule soll nämlich als Förderschule im südlichen Märkischen Kreis aufgelöst werden.

Geplant ist ein Zusammenschluss

Die Lüdenscheiderin Anja Säftel (links) setzt sich sehr engagiert zusammen mit anderen Betroffenen für den Erhalt der Friedensschule ein.

Die Stadtverwaltung und der Kreis haben ein Schul-Modell entwickelt, dem der Rat der Stadt Lüdenscheid, der Kreistag sowie die Bezirksregierung Arnsberg vor der Umsetzung jedoch noch endgültig zustimmen müssen.

Geplant ist ein Zusammenschluss von mehreren Schulen, u.a. der Viertälerschule in Plettenberg, der Lüdenscheider Friedensschule und der Mosaikschule. Als neuer Standort wurde die ehemalige Hauptschule in der Rahmede / Altena auserkoren, die im Moment leersteht.

Diese umfassenden Änderungen müssen aufgrund einer sogenannten „Mindestgrößenverordnung“ sein. Für Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen“ sind 144 Schüler erforderlich – und bei Verteilung auf zwei Standorte mindestens 72 Schüler je Standort. Diese Zahlen werden im Moment in der Friedensschule nicht erreicht.

Gegen Zahlenverordnung für das Wohl der Kinder

Viele Betroffenen engagieren sich gerade in den Städten des Kreises für den Erhalt ihrer Förderschulen.

Die betroffenen Familien, die spät informiert wurden und sich nun fast im letzten Moment begonnen haben, aktiv gegen diese „Zahlenverordnung“ zu Wehr zu setzen, starteten Anfang Oktober eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung bzw. die Zusammenlegung der Schulen.

Nicht nur der weite zukünftige Schulweg, sondern auch die Tatsache, dass man sich nicht für das alleinige Wohl der Kinder entscheidet, sondern sich von Paragrafen und Zahlen zu solch harten Änderungen zwingen lässt, stößt ihnen schwer auf. Man will diese Entscheidung daher so nicht einfach hinnehmen.

Die Familien leisten Widerstand

Die betroffenen Familien leisten Widerstand zum Wohl ihrer Kinder. Und finden dabei großen Anklang in der Bevölkerung. Viele Lüdenscheider, Plettenberger, Werdohler und Altenaer setzten ihre Unterschrift in den vergangenen Tagen ein, um gegen die Verlegung nach Altena zu protestieren. Am Samstag wurden, um der Aktion Nachdruck zu verschaffen, im REWE an der Altenaer Straße von Lüdenscheider Bürgerinnen Waffeln gebacken und Spenden sowie Unterschriften gesammelt für das Projekt „Widerstand gegen die Schließung der Friedensschule“. In den Nachbarstädten laufen ähnliche Aktionen betroffener Eltern. Die Familien sind sich dabei einig: Man will nicht alles einfach hinnehmen, sondern das Wohl der Kinder im Auge behalten und für gute, gewachsene Bildungseinrichtungen wie die Friedensschule notfalls eben auch kämpfen.

Unterstützenswerter Einsatz

Am 19. Oktober entscheidet es sich, ob sich der Kampf gelohnt hat. Dann befasst sich eine Kreistagssitzung um 16 Uhr abschließend über den Erhalt oder die Zusammenlegung der Schulen. Die Familien werden dann vor Ort sein und auf sich und ihre Belange aufmerksam machen. Wer an diesem Nachmittag Zeit hat, ist eingeladen, die Aktion mit seiner Anwesenheit tatkräftig zu unterstützen.

Entscheidungen aufgrund von Zahlen

Immer wieder werden die Entscheidungen, Schulen zu schließen, lediglich aufgrund von klammen Kassen und Zahlen getroffen und nicht danach, ob es wirklich sinnvoll ist, gewachsene, gute Schulen zu schließen, die über Jahrzehnte hinweg bewiesen haben, dass sie mit viel Engagement zum Wohle ihrer Schüler arbeiten. Und deren Lehrkörper und Eltern oft alles gegeben haben, um den Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Man könnte hier viele Schulen im Kreis anführen, die ohne Sinn und Zweck diesen willkürlichen Zahlendekreten zum Opfer fielen. Was spricht eigentlich dagegen, wenn Klassen nicht mehr „vollgestopft“ sind mit 30 oder mehr Schülern, sondern 10 bis 15 Schülern ein optimales Lernen ermöglichen? Warum nicht einfach mal in das Wohl von Kindern investieren, statt Paragrafen stur durchzuziehen?

Genau diese Fragen werden die Familein am 19. Oktober den anwesenden Politikern stellen.

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1 KOMMENTAR

  1. Vielen Dank Frau Kannenberg, daß Sie sich des Themas an genommen haben. Ich arbeite seit fast 10 Jahren für die Friedensschule im Rahmen der Projektwochen und des Ganztagsangebotes und bin ein großer Fan der Schule.
    Viele Grüße
    Katrin Heucke

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