Umweltberater Bernhard Oberle freut sich über viel schadstoffhaltigen Hausmüll und belohnt das am Schadstoffmobil mit Obst. Foto: Bartsch/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis – Ein Liter Altöl verunreinigt eine Million Liter Trinkwasser. Das ist nur ein Grund, weshalb schadstoffhaltige Abfälle weder in die Mülltonne noch in den Abfluss und schon gar nicht in die Landschaft gehören. Zusammen mit der Verbraucherzentrale NRW startete der Märkische Kreis wieder die Aktion „Äpfel für Abfall“. „Hiermit wollen wir darauf aufmerksam machen, wie schadstoffhaltige Haushaltsabfälle richtig entsorgt werden“, erklärt Horst Peter Hohage, Leiter des Fachdienstes Umweltschutz und Planung beim Märkischen Kreis. Wer „Sonderabfälle“ zum Schadstoffmobil bringt, kann sich wahlweise einen frischen Apfel oder aber einen Sammelbehälter für alte Batterien mitnehmen. Zusätzlich gibt es Informationen und hilfreiche Tipps zur Abfallvermeidung. Ortstermine gab es in der vergangenen Woche bereits in den Städten Balve, Altena, Hemer, Menden und Iserlohn. Ende August wird die Aktion in Kierspe, Werdohl, Plettenberg und Meinerzhagen fortgesetzt.

„Die Märker sind sehr sensibel im Umgang mit ihren Abfällen“, so ein erstes Fazit von Bernhard Oberle, Umweltberater der Verbraucherzentrale, der sein gelbes Info-Zelt direkt neben dem Aufgang zum Schadstoffmobil der Firma Lobbe aufgebaut hatte. Er kam schnell mit den Bürgerinnen und Bür-gern ins Gespräch. Trotz der Sensibilität besteht durchaus noch Informationsbedarf, meint der Umweltberater. Beispielsweise komme es immer wieder vor, dass Wand- oder Dispersionsfarbe zum Schadstoffmobil gebracht werde. Das sei aber gar nicht nötig, weil die Farbe keine problematischen Inhaltsstoffe enthalte, deshalb werde sie hier auch nicht angenommen. Oberles Entsorgungshinweis: Deckel auf, Restbestände im Eimer aushärten lassen und dann gemeinsam mit dem Hausmüll entsorgen. Saubere bzw. restentleerte Behälter können problemlos in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne gegeben werden.

Der Schadstoffexperte weist auch darauf hin, dass es für einige Problemstoffe wie Altöl, Batterien, Leuchtstoff- und Energiesparlampen bereits gesonderte Rücknahmesysteme gibt. Diese Abfälle können zwar beim Schadstoffmobil abgegeben werden, da der Handel aber per Gesetz zur Rücknahme verpflichtet ist und die entsprechende Systeme eingerichtet hat, sollten diese genutzt werden. Schließlich bezahlt der Kunde bereits beim Kauf des Produktes die Entsorgung.

So wichtig, wie die richtige Entsorgung von Problemstoffen ist, für Bernhard Oberle steht fest, „der beste Müll ist der, der gar nicht erst anfällt“. Aus diesem Grund hat er immer auch ein paar Abfallvermeidungstipps parat. „Entkalker kann je nach Zusammensetzung sehr umweltschädlich sein. Essig wirkt ähnlich gut, belastet die Umwelt nicht und kostet oft sogar deutlich weniger“.

Die Kapazität des Schadstoffmobils ist begrenzt, es können nur haushaltsübliche Kleinmengen ange-nommen werden. Das Ablagern von Abfällen an den Standorten ist nicht gestattet und wird bestraft. Für die Entsorgung von Problemstoffen aus privaten Haushalten steht neben dem Schadstoffmobil auch die stationäre Sammelstelle auf dem Recyclinghof des Stadtreinigungs-, Transport- und Baube-trieb (STL) in Lüdenscheid zur Verfügung. Hier können alle Bürger und Bürgerinnen aus dem Märkischen Kreis ebenfalls ihre Sonderabfälle in haushaltsüblichen Kleinmengen abgeben.

Auf der Internetseite des Märkischen Kreises kann das „Abfall-ABC für schadstoffhaltige Abfälle“ kostenlos als pdf-Datei heruntergeladen werden. In diesem Heft findet sich eine Auflistung schadstoffhaltiger Abfälle, Vermeidungstipps, Adressen und Ansprechpartner. Internet: www.maerkischer-kreis.de, Stichpunkt: „Abfall-ABC“.

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