Die fünf Musiker des Adonis Salonorchester waren zu Gast im Lüdenscheider Kulturhaus

Lüdenscheid. Das Lüdenscheider Adonis Salonorchester gab sich am Freitag, den 26.12.2014 um 16.00 Uhr anlässlich des traditionellen „Caféhauskonzerts“ im Kulturhaus Lüdenscheid die Ehre. Zum Ausklang der Weihnachtsfeiertage luden die fünf Musiker zur Premiere ihres neuen Programms mit dem Titel „Musik des Grauens“ ein.

Thema des Abends: „Musik des Grauens“.

Das Ensemble, bestehend aus dem klassisch ausgebildeten Musiker-Ehepaar Stefan und Wanja Weippert, sowie Hans Wanning, Klaus Sonnabend und Thomas Wurth, die Musik mit Schwerpunkt Rock/Pop bzw. Jazz studiert haben, bewies an diesem Abend, wie fruchtbar und kurzweilig die Symbiose aus Klassik und Jazz, Pop/Rock sein kann, wenn man keine Berührungsängste davor hat, sich auf die jeweils andere Musikrichtung einzulassen. Stilsicher, professionell und mit viel „Chuzpe“ führte Stefan Weippert dann auch sein Publikum durch das an Weihnachten teilweise mit Skepsis betrachtete Thema „Musik des Grauens“.

Die Zuschauer waren begeistert, nicht nur von der Musik, sondern auch von der Show
Die Zuschauer waren begeistert, nicht nur von der Musik, sondern auch von der Show

Sicher durfte man im Nachhinein als Zuschauer bei einem derartig einschüchternden Thema selten soviel Spaß haben. Stefan Weippert, der beim Adonis Salonorchester nicht nur moderiert, den Kontrabass spielt und auf eine beeindruckende Karriere als Musiker zurückblicken kann, leitet seit 2002 das Kulturhaus Lüdenscheid und ist den Lüdenscheidern natürlich allein dadurch schon eine feste Größe im Kulturgeschehen der Stadt.

An diesem Abend war er aber ganz Leiter seines Orchesters, erläuterte zu jedem Stück dessen speziellen Backround, und nahm seinem Publikum mit seinen kurzweiligen Geschichten rund ums Horror- und Grusel-Genre schon nach wenigen Minuten alle Vorbehalte.

Von Vampiren und Mutanten

Wanda und ihre Truppe in Aktion
Wanja und das Orchester in Aktion

Statt dessen wurde sehr viel gelacht, geklatscht und die Zeit mit den fünf Musikern verging wie im Fluge. In der ersten Hälfte des Programms widmeten sie sich dabei vorzugsweise dem Thema „Vampire“, ein Thema, das in den letzten Jahren durch Stephanie Meyers „Twilight-Bücher“ wieder neu publik gemacht und durch deren Verfilmung und den dann nachfolgenden TV-Serien wie „Vampire`s Diaries“ oder „True Blood“ gerade hochaktuell ist. Und wohl niemanden so richtig kalt lässt.

Umso schöner war es, dass bei diesem Thema auch Filmmusiken aus Klassikern wie „Nosferatu“, Bram Stokers „Dracula“ oder „Interview mit einem Vampir“ gespielt wurden. Klassiker, z.B. auch von Richard Wagner, die jedem irgendwie bekannt sind oder bekannt vorkommen. Stefan Weippert lieferte dabei ein so umfassendes Hintergrundwissen, dass man an diesem Abend nicht nur musikalisch erbaut, sondern mit einem profunden Wissen rund um Hollywoods Filmfabriken, deren zugrundeliegender Literatur und der dafür komponierten Filmmusik nach Hause ging.

Im zweiten Teil des Konzertes ging es dann um Mutanten, unheimliche Tiere und andere Zwischenwesen, die uns allen Gänsehaut verursachen. So begann der zweite Teil gleich richtig schön schaurig mit der Titelmusik aus „Der weiße Hai“ von John Williams. Und ging dann weiter mit der Hymne „Putting out fire“ aus „Cat People“ von Giorgio Maroder, die dort eigentlich von David Bowie gesungen wird und in ähnlich guter Qualität von Klaus Sonnabend gesanglich interpretiert wurde.

Natürlich durfte bei diesem Theam auch der Sarg nicht fehlen. Gruuussseellliiiggg....
Natürlich durfte bei diesem Thema auch der Sarg nicht fehlen. Gruuussseellliiiggg….

Auch die Werwölfe aus „American Werwolfe“ mit dem Song „Bang Bang“ oder „Tubular Bells“ aus dem Horrorstreifen „Der Exorzist“, die Filmmusiken aus John Carpenters „Christine“ und David Lynchs „Blue Velvet“ wurden entsprechend musikalisch gewürdigt und auf gekonnte Weise interpretiert.

Die Show kam nicht zu kurz

Überhaupt. Die Show. Beim Adonis Salonorchester kam die – wie immer – nicht zu kurz. Jedes Jahr nehmen die fünf sich ein Thema vor, das sie dann nicht nur musikalisch, sondern auch fürs Auge perfekt umsetzen. So ging es bereits um den „Mambo Italiano“, „Krimi&Co“, „La dolce Vita“ und dieses Jahr eben um „Musik des Grauens“. Extra dafür hat das Orchester ein Video á la „Psycho“ gedreht, und die Duschszene auf ihre ganz eigene Art neu interpretiert. Seeeehrr gruselig und irgendwie auch sehr witzig. Dazu gabs im Vorfeld ein Fotoshooting, bei dem Wanja Weippert ganz in rot als Vampirdame in einem Sarg abgebildet wurde oder gerade von den vier Männern, die auf diesem Foto nicht wiederzuerkennen sind, auf einem Tisch zelebriert wird. Ganz in guter Grusel-Filmmanier dahingestreckt, weil in einem Gruselfilm schließlich mindestens eine Dame theatralisch ihr Leben lassen muss.

Wunderbare Wanda, diesmal ganz in rot
Wunderbare Wanja, diesmal ganz in rot

Wanja ist einfach DER Hingucker, sobald sie die Bühne betritt. Ob im flammend roter Abendrobe oder Overknee-Stiefeln und schwarz gewandet wie einer der Vampire aus den diversen Filmen – sie hat ihr Publikum im Griff. Sie singt, tanzt, wirbelt über die Bühne, verleiht der Musik durch ihre Präsenz einen Nachdruck, der jeden sofort in ihren Bann zieht. Dazu ihre schöne Stimme, die zwischen Operette und rauchigem Jazz alle Genres gekonnt beherrscht, die Musik zu bieten hat. Eine richtige Diva im besten Sinne, der man fasziniert zuschaut und -hört.

Dazu wird sie gesanglich unterstützt durch den ebenfalls brillanten Klaus Sonnabend, der an diesem Abend Schlagzeug und Gitarre spielte und beim Adonis Salonorchester zudem singt. Ob er alleine singt oder zusammen mit den anderen, man merkt bei ihm einfach, dass er es kann und jeder gesanglichen Herausforderung gewachsen ist.

Thomas Wurth an der Posaune und Trompete ist als dritter Sänger mit im Bunde und man wundert sich als Zuschauer, dass jemand das Lungenvolumen besitzt, erst ein Trompetensolo hinzulegen und dann sozusagend obendrauf noch einen Song mit ganz entspannter Stimme nachzulegen. Die meisten von uns würden bei einer solchen Leistung sicher eher in einem Sauerstoffzelt landen, als freundlich lächelnd danach noch zur Posaune zu greifen und auch da noch einmal alles zu geben. Mit Hans Wanning an Klavier und Keyboards, der Tubular Bells von Mike Oldfield so spielte, dass wohl jeder Gänsehaut bekam und Stefan Weippert am Kontrabass runden die fünf Profimusiker ihr Ensemble dann stimmig ab.

Besonderer Moment: Klaus, Wanda und Thomas – da waren sie dem Publikum ganz nahe
Besonderer Moment: Klaus, Wanja und Thomas – da waren sie dem Publikum ganz nahe

Fans kamen mit dem Reisebus aus den Niederlanden

Der kleine Saal des Kulturhauses war jedenfalls an diesem Abend bis auf den letzten Platz gefüllt mit Fans in freudiger Erwartung, was die fünf Musiker ihnen dieses Jahr zu bieten hatten. Ein voll besetzter Bus aus Maastricht/Niederlande war extra angereist, was beweist, dass das Adonis Salonorchester bereits Fans weit über Lüdenscheid hinaus hat, die auch eine lange Busfahrt von mehreren Stunden nicht scheuen, um die fünf zu sehen.

Nach zwei Zugaben und viel Applaus verabschiedeten sich die Musiker zum Bedauern ihres Publikums dann ins neue Jahr. Als Fazit dieses Abends kann man sicher – außer einem hohen Unterhaltungsfaktor – auch mitnehmen, dass diese Musik tatsächlich Teil unseres Alltags ist.

Der vollbesetzte kleine Saal des Kulturhauses
Der vollbesetzte kleine Saal des Kulturhauses

Bei vielen an diesem Abend gehörten Stücken ist uns gar nicht mehr bewusst, dass sie vor dem Hintergrund eines Horrorfilms entstanden sind. Sie sind bereits so alltagstauglich, dass sie einfach für sich stehen, losgelöst von allem Horror oder Grusel um sie herum. Weil es einfach gute Musik ist, die uns etwas bedeutet.

Das nächste Mal sind die fünf zu sehen am 09.01.2015 um 19.00 Uhr 
in Verbindung mit dem „Verein der Freunde italienischer Kultur e.V.“.

 

 

 

 

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