Die Stadt hagen bittet die Bevölkerung zu überprüfen, ob sie gegen Masern geimpft sind. Foto: pixabay

Hagen. Nach dem Masernausbruch in Duisburg und mehreren Masernfällen im übrigen Ruhrgebiet sind am Mittwoch auch in Hagen zwei Masernfälle bekannt geworden. Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen hat sofort alle Maßnahmen ergriffen, um einer Ausbreitung der Masern zu begegnen. Es hat Umgebungsuntersuchungen durchgeführt, Sperrungen veranlasst und Riegelungsimpfungen durchgeführt.

Sofortmaßnahmen gegen Ausbreitung

Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit. Sie werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase und Rachen übertragen. Die Inkubationszeit beträgt gewöhnlich acht bis zehn Tage, 14 Tage bis zum Ausbruch des Masernexanthems. Masernkranke sind bereits drei bis fünf Tage vor Auftreten des Exanthems ansteckend und bleiben bis vier Tage nach Exanthem-Ausbruch ansteckend. Die Masern beginnen mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und einem Ausschlag in der Mundschleimhaut. Der charakteristische Masernausschlag entsteht am 3. bis 7. Tag nach Beginn der Symptome. Eine Masernerkrankung hinterlässt lebenslange Immunität.

Gefährliche Krankheit

Masern sind eine gefährliche Erkrankung. Es gibt zahlreiche Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung, Durchfälle, gefährlich ist eine akute Gehirnentzündung, sehr gefährlich ist die SSPE, eine seltene Spätkomplikation die sich durchschnittlich sechs bis acht Jahre nach Infektion manifestiert und tödlich endet.
Wer Masern durchgemacht hat oder zweimal gegen Masern geimpft ist (in der Regel als MMR = Masern/Mumps/Röteln-Impfung) ist ausreichend gegen Masern geschützt.
Daher möchte das Gesundheitsamt das Auftreten der Masern erneut zum Anlass nehmen, die Bevölkerung aufzurufen, den Impfstatus zu überprüfen und unbedingt bei fehlendem Masern-Impfstatus eine Impfung durchführen zu lassen.
Die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Erstimpfung gegen Masern im Alter von elf bis 14 Monaten. Bei kritischen Situationen kann die Erstimpfung bereits im Alter von neun Monaten verabreicht werden. Die 2. Impfung kann bereits vier Wochen nach der ersten Masernimpfung erfolgen. Eine einmalige Masern-Mumps-Röteln Standardimpfung für Erwachsene sollte bei allen nach 1970 geborenen ungeimpften bzw. in der Kindheit nur einmal geimpften Personen unbedingt nachgeholt werden.

Ärzte und Behörden beraten

In einer Masern-Ausbruchssituation werden Kontaktfälle, die keine oder nur eine Impfung haben, sofort für die Dauer von 14 Tagen vom Besuch aller Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Kindergärten, Sportvereine) gesperrt. Alle Personen, die die Masern nicht durchgemacht haben oder die keine oder nur eine Impfung gegen Masern haben, sollten sich unbedingt jetzt bei ihrem Hausarzt oder Kinderarzt vorstellen und impfen lassen. Bei Fragen steht auch das Gesundheitsamt unter den Rufnummern 02331-2075608 oder 02331-2073725 zur Verfügung.

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