Kontrollen in der Nähe von Schulen, wie hier in der Umgebung der Schalksmühler Grundschule Spormecke, sind notwendig. Foto: Wolfgang Teipel

Märkischer Kreis. Das passiert auf deutschen Autobahnen tagtäglich, und es kann gefährliche Folgen haben: Autofahrer rücken dem Fahrzeug vor ihnen ganz dicht auf und kleben ihm fast an der Stoßstange. Die sogenannten Drängler üben damit Druck aus, die Botschaft lautet: Platz da. Aber die Unterschreitung des Sicherheitsabstands ist strafbar – und zwar genau dann, wenn sie länger als drei Sekunden dauert. Diese Zeitspanne hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil (Aktenzeichen: 1 RBs 78/13) festgelegt.



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Bei 131 nur 16 Meter Abstand

Im konkreten Fall war ein 57 Jahre alter Autofahrer zu einer Geldbuße von 180 Euro verurteilt worden, weil er auf der Autobahn bei Tempo 131 über eine Strecke von 123 Metern lediglich einen Abstand von 26 Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug einhielt. Bei Geschwindigkeiten über 80 km/h müssen Autofahrer laut Bußgeldkatalog einen Sicherheitsabstand von mehr als dem „halben Tacho“ einhalten.

Ein Verstoß gegen die Abstandsregelung kann dem Gericht zufolge mit einem Bußgeld geahndet werden, wenn der Verstoß „nicht nur ganz vorübergehend“ ist. Situationen, die nur kurzzeitig zu einem zu geringen Abstand führen, wie etwa das plötzliche Abbremsen oder ein Spurwechsel eines vorausfahrenden Wagens, sind demzufolge keine schuldhafte Pflichtverletzung.

Fahrer muss schnell handeln

Die Frage, wann eine Unterschreitung des Abstands nicht nur vorübergehend ist, sei in erster Linie nach ihrer zeitlichen Dauer zu beantworten, entschied das Gericht. Bei einer Unterschreitung von mehr als drei Sekunden liege kein kurzfristiges Versagen mehr vor. Von einem Fahrer sei zu verlangen, dass er innerhalb von drei Sekunden handle, um den Sicherheitsabstand wieder zu vergrößern.

Grenzwert auch nach Metern

Für besonders schnelle Fahrer wurde außerdem ein nach Metern bemessener Grenzwert gezogen. Wer über eine Strecke von 140 Metern zu dicht auffährt, wird ebenfalls zur Kasse gebeten – auch wenn die Dauer des Drängelns noch unter drei Sekunden liegt.

Da schnelles Fahren auch außerhalb von Autobahnen gefährlich ist, kontrolliert die Polizei wieder. Folgende Messstellen sind vorgesehen:

Montag, 2. Juni: Lüdenscheid ( B 54), Halver (L 528), Werdohl (B 236), Balve (Beckum) und Iserlohn (Innenstadt).

Dienstag, 3. Juni: Schalksmühle (B 54), Halver (Zentrum), Lüdenscheid ( B 229/Talstraße), Iserlohn (Lössel), Hemer (Stadtgebiet), Altena (Stadtgebiet) und Menden (Innenstadtbereich).

Mittwoch, 4. Juni: Herscheid (L 561), Meinerzhagen (L 323), Plettenberg (Zentrum), Letmathe (Stadtgebiet), Menden (Lendringsen), Iserlohn (Drüpplingsen) und Altena (Evingsen).

Donnerstag, 5. Juni: keine Vorplanung.

Freitag, 6. Juni: Kierspe (Zentrum),Lüdenscheid (Zentrum ), Iserlohn (Letmathe) und Menden (Innenstadt).

Samstag, 7. Juni: keine Vorplanung.

Sonntag, 8. Juni: keine Vorplanung.

Montag, 9. Juni: Iserlohn (Drüpplingsen) und Iserlohn (Innenstadt).

Darüber hinaus müssen Autofahrer im gesamten Kreisgebiet mit kurzfristigen Kontrollen rechnen.

Der Märkische Kreis hat für die kommende Woche keine Einsätze bekanntgegeben.

 

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