Gruppensprecher und einzelne Visionäre , hier bei einem Treffen im November 2016. Foto: © Alexandra Denecke
Lüdenscheid. Mit dem Ziel, eine Vision für Lüdenscheid zu kreieren, sind die Visionäre am 19.04.2016 angetreten. Doch bei einer Vision ist es nicht geblieben. Am Ende sind es 70 Visionen, die von 70 Visionären in 5 Monaten und 9000 Arbeitsstunden erarbeitet wurden.

Aus 40 wurden 70

Als Willi Denecke und Matthias Czech im April 2016 zur Auftaktveranstaltung in die Stadtbücherei geladen haben, meldeten sich rund 40 interessierte Bürger, Künstler und Unternehmer, die sich die Idee des Visonärskreises anhören wollten. Und offenbar überzeugte die Idee. Denn am Ende wurden daraus nicht nur 40 Visionäre, sondern 70. Warum es über einen Zeitraum von 5 Monaten nicht mehr geworden sind?

Hierfür hat Visionärssprecher Willi Denecke eine einfache Erklärung: „Ich wurde im Laufe der Zeit immer wieder von Menschen angesprochen, die den Visionärskreisen noch beitreten wollten, doch wir haben uns bewusst dazu entschlossen, es bei den 70 vorhandenen zu belassen.“ Hauptgrund dafür sei laut Denecke, dass „Neu-Visonäre“ sich erst in die Arbeit der jeweiligen Gruppen hätten einfinden müssen. Was dem straffen Zeitplan der Visionäre am Ende eher geschadet hätte.

Visionen für ein besseres Lüdenscheid

Das erklärte Ziel der Visionäre war es, Ideen und natürlich allem voran Visionen zu entwickeln, um Lüdenscheid bis zum Jahr 2020 attraktiver zu machen. Und das für verschiedenste Zielgruppen. Dabei kamen Visionen für jede Altersgruppe heraus. Dabei war es wichtig, Visionen und Ideen bzw. Verbesserungsvorschläge voneinander zu unterscheiden. Denn es ging um das große Ganze und nur im zweiten Schritt um die Probleme, mit denen sich die unternehmerisch geprägten Visionäre befassen wollten.

Doch ist die Beseitigung von alltäglichen Hindernissen im Leben eines Gastonroms oder Einzelhändlers nicht auch eine Art Vision? Ja, aber eben keine, die das gesamte Stadtbild prägen könnte. Doch das soll am Ende nicht bedeuten, dass diese „Mini-Visonen“ nicht doch auch durch die Visionäre aufgegriffen werden. „Auch diese Sachen werden wir angehen und an ihrer Umsetzung bzw. Verbesserung arbeiten“, erklärte Denecke.

Noch keine Details

„Ich habe viel zu erzählen ohne etwas zu erzählen“ stimmte Willi Denecke den Pressetermin am Montag Nachmittag ein. Und ganz unrecht hatte er nicht. Denn Details zu den erarbeiteten Visionen soll es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geben. Das hat nichts mit mangelndem Selbstbewusstsein der Visionäre zu tun, sondern vielmehr damit, dass die Visionen vor allem mit Hilfe  von Bildern und Grafiken auch visuell dargestellt werden sollen, um den Effekt zu verstärken und die jeweilige Vision auch optisch zu erklären. Durch diese Vorgehensweise soll zudem verhindert werden, dass Visionen bereits zum jetzigen Zeitpunkt, ggf. durch Halbwissen, zerredet werden.

Buch mit Visionen Anfang 2017

Umgesetzt wird die Darstellung der Visionen am Ende in einem Visions-Buch. Welches jede Vision anhand einer Doppelseite erklären soll. Und so außergewöhnlich wie der Zusammenschluss der Visionäre an sich wird auch das Buch. „Wir wollen kein A4 Blättchen machen, sondern das soll ein richtiger Kracher werden“, versprach Denecke und deutete mit seinen Armen etwas in Größe einer Tischplatte (ca. A1-Plakatgröße) an. Jede der 70 Visionen soll hier ihren Platz finden.

Weiterer Zeitplan

Alle zwei Wochen, ein bis zwei Mal die Woche haben sich die Visionäre in ihren Arbeitsgruppen zu den Themen „Kultur“, „Gastronomie“, „Veranstaltungen“, „Architektur & Wohnen“ und „Einkaufen & Dienstleistungen“ in den letzten 5 Monaten getroffen. Denn das ambitionierte Ziel war es, bis zum Jahresende die Visionen zu Papier zu bringen. Und das hat geklappt, denn am vergangenen Wochenende trafen sich die Gruppensprecher und einige Visionäre, die zum Ende hin noch gute Ideen geliefert haben, in der Sportalm Gipfelglück zum abschließenden Meeting und zur Festlegung, welche Visionen nun in das Buch aufgenommen werden sollen.

Der weitere Zeitplan sieht nun vor, dass diese 70 Visionen im Detail ausformuliert werden. Dieser Schritt soll bis Januar dauern. Anschließend, etwa Ende Januar soll das finale Layout allen 70 Visionären präsentiert werden. Im Februar wird der Buchentwurf dann den entsprechenden Ansprechpartnern im Rathaus präsentiert, zu denen die Visionäre immer wieder Kontakt für Abstimmungen hatten. Ebenfalls im Februar wird das Buch dann dem Rat der Stadt Lüdenscheid und der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Im März soll es dann eine Webseite geben, auf der die einzelnen Visionen noch einmal dargestellt werden. Hier können sich die Bürger dann zu den einzelnen Visionen äußern.

Konkrete Projekte

Bei aller Geheimhaltung ließ sich Willi Denecke am Ende doch noch ein konkretes Projekt entlocken, dessen Umsetzung mit Hilfe der Visionäre in Angriff genommen werden soll. Dabei handelt es sich um den, von vielen Lüdenscheidern gewünschten, Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Lüdenscheid. Hierzu laufen bereits erste Gespräche und auch die konkrete Abstimmung mit Feuerwehr und Co. ist bereits geplant. Geht alle gut, könnte Lüdenscheid schon im Winter 2017 einen ersten Weihnachtsmarkt in der Altstadt besuchen.

Weitere Links zum Thema

21.03.16 – Die Vision heißt „Lüdenscheid 2020“

21.03.16 – Tacheles zur Vision 2020 (Kommentar)

26.04.16 – Lüdenscheid 2020 – Ein Zwischenstand

 

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