Sebastian Wagemeyer, Direktor des Zeppelin-Gymnasiums, eröffnete das diesjährige "Rock for Peace" mit eher sanften Klängen. Foto: Tobias Wieneke

Lüdenscheid. „Rock for Peace“, das alljährliche Charity-Event der Jusos Lüdenscheid war gut besucht und lockte 2017 besonders viel Prominenz in das „Alternative Jugendzentrum“, kurz „AJZ“ genannt. Mit 115 zahlenden Gästen und insgesamt fast 700 Euro feierte man damit auch eine der erfolgreichsten „Sammelaktionen für den guten Zweck“ der letzten Jahre.

Künstler waren nicht zu bremsen

Fabian Ferber, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall, machte sich auch an der Kasse am Eingang gut! Man beachte rechts neben ihm den Behälter mit den Ohrenstöpseln 😉

Das „AJZ“ lockte die vielen Gäste mit einer sehr avantgardistisch gestylten und zugleich atmosphärisch dichten Location, die nicht nur den Zuschauern Spaß machte.

Auch die Musiker waren irgendwie inspiriert und spielten viel lauter, viel länger und mit viel mehr Enthusiasmus, als man das erwartet hätte. Die Künstler nahmen die Bühne und das Publikum für sich ein und waren wenig bis gar nicht zu bremsen.

Eine sehr weise Person hatte am Eingang zum Schutz dröhnender Trommelfelle eine Familienpackung Ohrstöpsel geparkt, die regen Zuspruch fand. Man hörte auch mit Stöpseln noch gut und konnte das Geschehen auf der Bühne ohne Probleme mitverfolgen.

Gute Stimmung

Kandidiert für den Bundestag: Nezahat Baradari, hier gemeinsam mit ihrem Ehemann.

Was der Stimmung des Abends keinerlei Abbruch tat, sondern sie eher noch anheizte.

Denn diese war gut, das ganze Event friedlich und so organisiert, dass sich auch die SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis 149 Olpe/Märkischer Kreis I, Nezahat Baradari, gemeinsam mit ihrem Ehemann wohl fühlte. Auch sonst war der Raum vor der Bühne gut gefüllt mit „Promis“.

Rocker und Studiendirektor

Der 1. Vorsitzende der JUSOS Lüdenscheid Domink Hass gemeinsam mit Gordan Dudas (MdL) der auch moderierte. Foto: Iris Kannenberg

Dobbin Weiß, Kreistagsabgeordneter, Gordon Dudas, MdL oder der Fraktionsvorsitzende der Linken im Rathaus, Michael Thomas-Lienkämper sind dabei nur als einige wenige bekannte Gesichter zu nennen.

Fabian Ferber, Gewerkschaftsekretär der IG Metall saß an der Kasse, während zeitgleich auf der Bühne Sebastian Wagemeyer, seines Zeichens bekannter Rocker und Studiendirektor am Zeppelin-Gymnasium, bewies, dass er zurecht für diese Veranstaltung verpflichtet wurde.

Als Singer-/ Songwriter war er der zwar rockige, aber trotzdem sanfte Barde des Abends, der mit den eher leisen Tönen punktete.

Reggae gegen Rechtsradikalismus

Reggae gegen rechts. Tlako und seine Band zeigten, wie das geht. Foto: Tobias Wieneke

Tlako Mokgadi mitsamt Band machte als stimm- und wortgewaltiger Entertainer aus Altena Schluss mit leisen Tönen. Reggae füllte den Raum bis in die kleinste Ritze.

Gleichzeitig fand er dabei die richtigen Worte für den gegebenen Anlass und berührte die Zuhörer mit seinem bewegenden Statement gegen den wieder aufkeimenden Rechtsradikalismus.

Heiße Rhythmen erzeugen viel Wärme

Viel Beifall gab es auch für die brettharte Punkband Area 61 und die Rocker von Alphatier, die den Raum jeder für sich zum Erzittern brachten. Heiße Rhythmen erzeugten Wärme, die mit einem kollektiven Wassereis gemildert wurde, das die Jusos in großen Kisten verteilten. Natürlich war das Eis rot, ebenso wie die im Dunklen leuchtenden Armbänder, die die Gäste am Eingang geschenkt bekamen und dann auch durchweg trugen.

Die „Ge-Denk-Zellen e.V.“ unterstützen

Die Bühne erbebte, als Area 61 so richtig loslegte.

Ein schöner Abend mit coolen Bands, die nicht nur alles gaben, sondern dies auch noch ganz bewusst für einen guten Zweck.

Denn bei aller guter Laune und der schönen Party ging es hier ja nicht ums Feiern alleine, sondern als erstes darum, den Lüdenscheider Ge-Denk-Zellen e.V. mit einer Spende zu unterstützen.

Dieser erinnert mit einer ständigen Ausstellung und regelmäßigen Führungen durch das ehemaligen Gefängnis des Alten Rathauses Lüdenscheids an den Holocaust, der an den Lüdenscheider Juden durch die Nationalsozialisten vollzogen wurde. Und setzt immer wieder auch gemeinsam mit anderen engagierten Lüdenscheidern echte Zeichen gegen Rechts.

Der Verein dürfte sich mehr als gefreut haben über die runde Summe, die an diesem Abend durch die Eintrittsgelder so vieler Rock-Fans zusammengekommen ist. Und auch das „AJZ“ wurde mit den Einnahmen durch die Getränke des Abends unterstützt, die als Spende für das Jugendzentrum im Haus blieben.

Aktion mit Herz

Die Sängerin Ulrike Wagner. Sie trat mit Tlako gleich in zwei Formationen auf. Tlakomania und Funcascade, die den Abschluss des Abends bildeten. Foto: Iris Kannenberg

„Rock for Peace“ ist eine Aktion mit Herz, die schon lange und immer wieder von den JUSOS der Stadt Lüdenscheid initiiert wird.

Mit viel persönlichem Engagement und einem schier unverwüstlichen Glauben an die „gute Sache“ beweisen die jungen Leute Jahr für Jahr, dass sie sich persönlich für Gerechtigkeit und Freiheit einsetzen und ihnen Land und Leute alles andere als egal sind.

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