Foto: Björn Grüber/WSW

Plettenberg. Als im Jahre 1957 Wilhelm Schulte-Wiese sen. die Gesenkschmiede im Plettenberger Oestertal gründete, ahnte er sicher noch nicht, dass 60 Jahre später selbst in australischen Bergwerken „WSW“ ein Begriff sein würde.

Schulte-Wiese Sen. begann seine berufliche Laufbahn zunächst als Gesenkbauer und arbeitete sich später zum Werksleiter und Betriebsleiter hoch, bis er schließlich als Teilhaber die Geschicke mitlenkte. Plettenberg und insbesondere Himmelmert war in der damaligen Zeit aufgrund seiner geographischen Lage und dem Zugang zur Wasserkraft ein prädestinierter Standort für die metallverarbeitende Industrie. 1957 war es dann soweit, das eigene Werk nahm vor den Toren des Ruhrgebietes die Produktion auf – initial insbesondere für die Bergbau- und Maschinenbauindustrie.

Seit 2013 in der Prange Gruppe

Über die Jahre entwickelte sich das Unternehmen zudem zu einem Zulieferer anspruchsvoller und sicherheitsrelevanter Gesenkschmiedeteile für die Automobil-, Nutzfahrzeug- und Bahnindustrie unter Sohn Dr. Hartmut Schulte-Wiese weiter. Seit 2013 zählt WSW zur privat geführten Plettenberger Prange Gruppe, deren Strategie in langfristigen Unternehmensbeteiligungen und Nischen liegt. Heute sind 75 Mitarbeiter bei WSW beschäftigt.

Zulieferer für Bergbauindustrie

„Unsere Wurzeln haben wir seit 1957 dennoch nicht aus den Augen verloren, denn mit rund 40 Prozent Umsatzanteil liefert Schulte-Wiese nach wie vor in die internationale Bergbauindustrie bis nach China, Australien, Südafrika oder etwa in die USA“, erklärt Philipp-André Klever, Geschäftsführer von WSW. „Im Bahnbereich finden heute vor allem Gesenkschmiedeteile in hoch sensiblen Bereichen der Kupplungstechnik oder dem Drehgestell aus unserem Hause Anwendung.“

Wer heute mit der Familie und dem Auto ins Grüne fährt und dabei sein Fahrrad auf einem Trägersystem, welches auf einem sogenannten Kugelhals montiert ist, mit sich führt, könnte mit einem Schmiedeteil aus Himmelmert unterwegs sein. „Der Einsatz von Schmiedeteilen ist dabei auch in Zeiten generativer Fertigungsverfahren bzw. additiver Fertigung nicht wegzudenken und wird sich auf lange Sicht auch weiterhin bewähren“, meint Klever.

Philipp-Andre Klever (rechts) erhält ab Oktober 2017 Unterstützung in der Geschäftsführung von WSW. Cengiz Tezsoy wird Technischer Geschäftsführer. Foto: Bernhard Schlütter

Ab Oktober Doppelspitze in der Geschäftsführung

Ab Oktober 2017 erhält Philipp-André Klever Verstärkung in der Geschäftsleitung. Mit Cengiz Tezsoy kommt ein neuer Technischer Geschäftsführer. Der 42-jährige Maschinenbau-Ingenieur mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik wohnt mit Ehefrau und zwei Kindern in Hemer. Seit über 15 Jahren ist er im Schmiedebereich tätig. „Schon vor meinem Studium und auch während meines Studiums habe ich in Schmieden gearbeitet“, erzählt er. Bisher ist er in einem Schmiedeunternehmen Bereichsleiter Engineering und Schmiede. „Die Aufgaben bei WSW passen genau zu meinen Schwerpunkten“, freut er sich auf sein neues Tätigkeitsfeld.

Mit einem Sommerfest feierte am Samstagnachmittag (26. August) das komplette WSW-Team mit Angehörigen den 60. Firmengeburtstag. „Die Auftragslage ist gut“, berichtet Philipp-André Klever und kündigt Investitionen an. So wird zum November eine neue Bearbeitungsanlage im Werkzeugbau installiert.

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