RAAM Radsportteam
Sekunden vor dem Start am Herscheider Schützenplatz: Gleich treten Sven Dunker, Julian becker, Markus Gärtner und Miki Milvivoje Nilovic in die Pedalen. Foto: Wolfgang Teipel

Herscheid/Märkischer Kreis. Markus Gärtner hat immer einen Scherz auf den Lippen. „Ich sehe die anspannten Gesichter – bei der Presse“, witzelte er am Freitag. Dabei hatten der Herscheider Triathlet sowie Julian Becker (Herscheid) Sven Dunker (Plettenberg) und Miki Milivoje Nilovic (Meinerzhagen) vom RAAM-Radsportteam MK selbst Grund genug, angespannt zu sein. Vor den vier Radsportler lag schließlich eine Tour 560 Kilometer Nonstop von Herscheid bis Bad Liebenwerda im Kreis Elbe-Elster. „Hoffentlich kommen wir nicht zu früh an. Sonst ist keiner da“, alberte Markus Gärtner. Schön, wenn man so einen Stimmungsmacher im Team hat.

Das gesamte Team vor dem Followcar: Das Elektroauto hat die Kaltenbach-Gruppe zur Verfügung gestellt. Die Fahrer zeigen auf den Aufkleber mit der Burg Altena. Sie ist das Zeichen dafür, dass MK-Landrat Thomas Gemke die Schirmherrschaft über das ehergeizige Vorhaben des RAAM-Radsportteams MK übernommen hat. Foto: Wolfgang Teipel

Schon am Sonntag geht’s zurück

Keine Sorge: Landrat Christian Heinrich-Jaschinski wird das RAAM-Radsportteam MK schon gebührend empfangen. Schließlich steht die Tour des Quartetts und ihrer vier Begleiter ganz im Zeichen des 25-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen dem Märkischen Kreis und dem Landkreis Elbe-Elster. Eine große Pause ist nicht drin. Nach dem Empfang geht’s auf eine lockerer Radwander- und Sightseeingtour durch den Landkreis. Das RAAM-Radsportteam wird dabei einen Tross Radfahrer anführen und mit dieser Aktion einen neuen Kulturradweg einweihen.

Die Tour 2019 führt 4800 Kilometer nonstop durch die USA. Foto: Wolfgang Teipel

Das Restprogramm ist für Markus Gärtner schon bei der Abfahrt klar. „Danach etwas essen, Massage und schlafen.“ Schließlich geht’s schon am Sonntag wieder nach Herscheid zurück.

Für Markus Gärtner, Julian Becker, Sven Dunker, Miki Milivoje Nilovic und die Begleitcrew ist die Fahrt die erste Simulationsfahrt vor der „Race across America“, dem Megarennen 4800 Kilometer quer durch die USA.

Gegenseitiges Vertrauen

„Wir wollen unter echten Rennbedingungen erstmals testen, wie wir als Team zusammen funktionieren: wie wir die Fahrerwechsel möglichst ohne Zeitverluste optimieren; worauf wir bei der Navigation und bei zukünftigen Planungen besonders Wert legen müssen“, erklärt Teamkoordinator Frank Lachnitt. Für ihn ist es ein großer Vorteil, dass sich Fahrer und Betreuer schon jahrelang gut kennen und ein großes gegenseitiges Vertrauen herrscht.

Dafür, dass die Sportler wohl behalten ans Ziel kommen, sorgen Frank Lachnitt aus Plettenberg, Atemtherapeut an den Märkischen Kliniken, und der Kiersper Physiotherapeut Volker Stuberg. Die Routenplanung für die ca. 560 Kilometer weite Strecke hat Chefnavigator Alexander Fink aus Frankfurt ausgetüftelt. Jannik Fischbach aus Olpe wird die Tour für einen Imagefilm medial dokumentieren. Schließlich braucht es noch einige Sponsoren, um den Traum von Amerika zu realisieren.

Räder dürfen nicht stillstehen

Frank Lachnitt ist Chef-Koordinator des RAAM-Radsportteams MK. Foto: Wolfgang Teipel

Die Fahrer fuhren bis Plettenberg in voller Formation. Danach stiegen drei in den Teambus um. Bei einem durchschnittlichen Tempo von 30 bis 35 Kilometer pro Stunde, wechselten sich die Radler jede Stunde ab. Dafür fährt der Teambus mit den Rädern vor und organisiert an geeigneter Stelle die reibungslose „Staffelübergabe“. „Die Räder dürfen nicht still stehen“, erläutert Lachnitt.

Auch Test für ein Elektro-Auto

In der Dunkelheit will das RAAM-Radsportteam natürlich kein Sicherheitsrisiko eingehen. Der jeweilige Fahrer wird daher von einem Followcar vom nachfolgenden Verkehr abgeschirmt. Mit dem vollelektrischen BMW i3, das von der Kaltenbach-Gruppe zur Verfügung gestellt wird, wirbt das Team gleichzeitig für mehr Klimaschutz. „Wir wollen den Beweis antreten, dass ein Elektromobil die 560 Kilometer bis Elbe-Elster schaffen kann“ sagt Julian Becker. Über Sprechfunk kommuniziert der Fahrer des Followcars mit dem Radler und gibt Navigationsanweisungen. Zusätzlich ist der Wagen mit einem Lautsprecher ausgestattet. „Wenn es mental mal nicht so gut läuft, erzählen wir auch Witze“, plaudert Lachnitt aus dem Nähkästchen. Denn viel Schlaf wird es bei der Tour nicht geben.

Radtourismus und Klimaschutz

Die Aktion in Bad Liebenwerda steht im Sinne des Radtourismus und des Klimaschutzes hat noch einen weiteren guten Zweck: Jeder Mitfahrer trägt mit einem Spendenbeitrag von zwei Euro zu einer Spendensumme bei, die einer gemeinnützigen Einrichtung in Elbe-Elster zugutekommt.

RAAM-Radsportteam
Und tschüss: Die ersten Meter Richtung Bad Liebenwerda sind schon geschafft. Foto: Wolfgang Teipel

Hintergrund RAAM 2019: „Race Across America“ ist ein Radrennen mit einer Distanz von 4.800 Kilometern. Es geht durch zwölf US-Bundesstaaten, von Oceanside im Westen bis Annapolis im Osten. Das Team aus dem Märkischen Kreis kreuzt dabei die vier längsten Flüsse der USA, überquert Pässe wie die der Rocky Mountains und der Appalachen und strampelt sich durch trockene Wüsten. Tag und Nacht, ohne Ruhetag, sind die Sportler aktiv. Bedeutet: Eine Woche Schlafentzug unter körperlicher Höchstleistung. Eines allerdings steht fest: Nach neun Tagen und fünf Stunden muss das Team spätestens am Ziel sein.

Fahren für den guten Zweck

„Race Across America“ ist aber nicht nur ein hochklassiges Sportevent, es dient auch wohltätigen Zwecken. Deshalb möchte das Team auch mindestens zehn Prozent des Erlöses aus Sponsorengeldern und Werbeeinnahmen an den Förderverein Palliativstation des Klinikums Lüdenscheid spenden. „Alles was nach dem Rennen 2019 noch an Geldern übrig ist, fließt eins zu eins an die Palliativstation der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid“, sagt Teamkoordinator Frank Lachnitt. Aus diesem Grund hat Landrat Thomas Gemke auch die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen.

Weiterführende Links:
www.facebook.com/RAAMteam2019.de
www.raamteam2019.de

 

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