Plettenberg. 500 Beschäftigte aus den Plettenberger Metallbetrieben kamen am Mittwochmittag dem Warnstreikaufruf der IG Metall nach und versammelten sich zur Kundgebung auf dem Alten Markt. Dabei ging es nicht nur darum, möglichst kraftvoll für die geforderte Lohnerhöhung zu werben. Angesichts der Unruhe bei DURA Automotive riefen die Metaller auch zur Solidarität mit den Kolleginnen und den Kollegen an der Königstraße auf. Über 100 DURA-Beschäftigte marschierten zuvor in einem Demozug vom Werk in die Innenstadt.

Etwa 500 Beschäftigte aus Plettenberger Metallbetrieben folgten dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik.
Etwa 500 Beschäftigte aus Plettenberger Metallbetrieben folgten dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik.

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis, berichtete vor Ort über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Gerhardt ist Mitglied der IG Metall-Verhandlungskommission in Nordrhein-Westfalen. Nach dem ersten Angebot einer Lohnerhöhung von 0,9 Prozent legten die Arbeitgeber in der letzten Runde nach und schlugen 1,05 Prozent vor. „Diesen Vorschlag kann man nicht ernst meinen. Die machen die Gewinne, die Beschäftigten sollen davon nur einen kleinen Teil abbekommen. Das lassen wir uns nicht gefallen!“ Sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde kein akzeptables Ergebnis geben, werde man die Warnstreiks auf ganze Tage ausweiten. Für Ende Mai werde eine Urabstimmung über unbefristete Streiks anberaumt.

Anschließend stellten Vertreter der Betriebe die Situation in ihren jeweiligen Werken dar. Von der stillgelegten Versandabteilung bis zum Stillstand in der Produktion wurde aus den Betrieben berichtet. Gerhardt ist überzeugt: „Sollte es zu weiteren Maßnahmen kommen, wissen wir: Plettenberg steht.“

Faruk Ikinci, Betriebsratsvorsitzender DURA
Faruk Ikinci, Betriebsratsvorsitzender DURA

Verhandlungsführer Torsten Kasubke, DURA-Betriebsrat Faruk Ikinci und Gudrun Gerhardt berichteten auch über Neuigkeiten von DURA. Während Kasubke und Ikinci noch kurz vor Beginn der Streikkundgebung über Wochenendarbeit bei Auszahlung von Überstundenkonten verhandelten, konnte Gerhardt über ein erstes Telefongespräch mit DURA-Konzernchefin Lynn Tilton. Ohne auf den Inhalt und das weitere Vorgehen einzugehen, erklärte sie vorerst nur so viel: „Der erste Eindruck ist positiv.“

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