Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hagen machte auf ihrer Sommertour Station beim AWO-Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis (v.l.): Hendrik Jostes (AWO-Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandsentwicklung), Günter Stricker (Fraktion), Christian Mechnich (Fraktion), Sven Söhnchen (Fraktion), Anja Engelhardt (Fraktion), Johannes Anft (stellv. AWO-Geschäftsführer), Birgit Buchholz (AWO-Geschäftsführerin), Jörg Meier (Fraktion), Ramona Timm-Bergs (Fraktion), Markus Stremmel-Thoran (AWO- Betriebsleiter Suchthilfe), Rolf Adler (AWO-Unterbezirks-Vorstand), Renate Drewke (AWO-Vorstandsvorsitzende), Werner König (Fraktion), Dennis Schrötter (Fraktion), Claus Rudel (Fraktionsvorsitzender) und Andreas Kroll (Fraktion). Foto: SPD-Hagen

Hagen. Hagens SPD-Fraktion berichtet in einer Pressemitteilung über den Abschluss ihrer Sommertour 2016. Sie war zu Gast bei der AWO.

‚Die Arbeiterwohlfahrt im Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis ist im Aufbruch. Vor dem regionalen Spitzenverband, der als Dienstleister nicht nur die sozialen Interessen vor Ort vertritt sondern auch als Anwalt gegen Armut, Ausgrenzung, Rassismus und Ungerechtigkeit kämpft, liegt eine Entwicklung hin zu einem modernen Mitgliederverband. „Auch die AWO muss auf den demographischen Wandel reagieren. Das heißt nicht, dass wir keine Ortsvereine und keine Altenbegegnungsstätten mehr brauchen. Aber wir müssen attraktiv für neue und vor allem jüngere Mitglieder werden. Das bedeutet, dass wir unsere freiwilligen Angebote, die auf ehrenamtlichem Engagement fußen, weiterentwickeln und facettenreicher aufstellen müssen“, erläuterte AWO-Geschäftsführerin Birgit Buchholz den Mitgliedern der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hagen.

AWO-Unterbezirk: 27 Ortsvereine und 3000 Mitglieder

Die Sommertour 2016 hatte die Fraktion zum Abschluss zum Verwaltungssitz des Unterbezirks in die Böhmerstraße 11 geführt, von wo das mittelständische, gemeinnützige Unternehmen mit immerhin 900 hauptamtlichen Mitarbeitern, 27 Ortsvereinen und 3000 Mitgliedern geführt wird. „Ich bin immer wieder erstaunt und froh darüber, was unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräfte auf den unterschiedlichsten sozialen Feldern leisten“, lobte die Vorstandsvorsitzende Renate Drewke das große Engagement in ihrem Verband. Gerade die niederschwellige Integrationsarbeit sei zurzeit ein ganz wichtiges Feld, auf dem die AWO erfolgreich arbeite. Hinzu kommen die Bereiche Senioren, Pflege und Betreuung, Kinder, Jungend und Familie, Bildung und Beruf und nicht zuletzt die Suchthilfe. Mit diesem für die Betroffenen so wichtigen Angebot stoße die AWO in Hagen aber leider auf Widerstand. Zumindest, was den geplanten Ausbau der Suchtklinik im Deerth betrifft.

Imformationen zur Suchtklinik

Betriebsleiter Markus Stremmel-Thoran konnte die bislang gegen den Erweiterungsbau vorgebrachten Vorbehalte ausräumen. Durch die Klinikerweiterung würden letztlich nicht mehr Patienten zum Ende der Behandlung entlassen werden, als dies heute bereits der Fall sei. Man werde lediglich den Beginn der Therapie nicht anderen Einrichtungen überlassen, sondern selbst übernehmen. Auch würden keine anderen Patientengruppen außer der der suchtabhängigen Menschen aufgenommen werden.

„Schwer psychisch erkrankte Personen, die nach einer anderen Rechtsgrundlage untergebracht werden müssen, werden und wollen wir hier auch gar nicht behandeln“ stellt der Betriebsleiter fest. Die häufig geäußerte Sorge, dass durch die Klinik im Deerth viele Suchtmittelabhängige in Hagen verbleiben würden, kann von der AWO nicht bestätigt werden. Die Zahlen spiegeln hierzu eine andere Realität wider. Kritiker der Klinikerweiterung hatten immer wieder von einem „Klebe-Effekt“ der entlassenen Patienten in Hagen gesprochen und damit die Angst vor rückfällig werdenden Drogenpatienten in der Stadt geschürt.
„Es ist richtig, dass wir den Neubau neben unserer sehr erfolgreich arbeitenden Klinik für eine geschlossene Aufnahme brauchen. Das bedeutet auch, dass das Gelände mit einem Zaun oder einer Mauer gesichert werden muss“, so Markus Stremmel-Thoran.

Von einem Zaun aus Plexiglas, der eine Gefahr für Vögel darstellen könnte, sei man aber bereits abgerückt, so Birgit Buchholz. Ein leicht wirkendes Geflecht aus Karbon soll jetzt sowohl für Sicherheit als auch für eine optisch annehmbare Lösung sorgen.

Gerade die Aufnahme der Patienten und der Beginn der Behandlung seien ausschlaggebend für den weiteren Verlauf einer Behandlung der drogenabhängigen Menschen. „Bislang werden alle Patienten nach einer bereits begonnenen Behandlung aus den geschlossenen Bereichen anderer Kliniken zu uns verlegt. Viel günstiger wär es aber, wenn wir die Patienten bei uns vor Ort von Anfang bis Ende therapieren könnten“, erläutert Betriebsleiter Stremmel-Thoran das Projekt, das Hagen rund 50 qualifizierte Arbeitsplätze bescheren würde.

Rudel: Setzen uns weiter für Klinikerweiterung ein – Drogenabhängigen Menschen muss geholfen werden

Fraktionsvorsitzender Claus Rudel versicherte in der Fraktionskonferenz bei der AWO, dass sich seine Fraktion auch weiterhin in den zuständigen politischen Gremien für die Erweiterung der Klinik einsetzen werde. „Wir haben verstanden, wie wichtig diese Erweiterung am Standort ist und wir werden uns auch nicht von irgendwelchen Scheinargumenten davon abbringen lassen. Drogenabhängigen Menschen muss so gut wie eben möglich geholfen werden, damit sie ihren Weg zurück in ein Leben ohne Drogen und Straftaten finden. Wir haben im Deerth und in Vorhalle AWO-Einrichtungen, die sich an ihrer therapeutischen Qualität und ihrer Erfolgsquote messen lassen können. Wenn sich diese Qualität durch eine Klinikerweiterung noch verbessern lässt, dann müssen wir das Engagement der AWO auch unterstützen.“

Flüchtlingsarbeit: Verständnis durch Begegnung und direkten Kontakt

Darüber hinaus erfuhren die Fraktionsmitglieder, dass die AWO sich auch um die Flüchtlinge in unserer Stadt kümmert. Sprach- und Integrationskurse werden angeboten und in den Kindertageseinrichtungen werden Kinder und Eltern in sogenannten Brückenkursen unterrichtet. „Wir nutzen auch nach und nach unsere Begegnungsstätten für die Flüchtlingsarbeit. Hier finden dann direkte Begegnungen zwischen Hagener Bürgern und Flüchtlingen statt. Wenn die Flüchtlinge von ihren Beweggründen und ihren Erlebnissen im direkten Austausch berichten können, dann stoßen sie auch bei unserer Bevölkerung auf mehr Verständnis“, so Birgit Buchholz.

Weiterer Austausch über kommunale Sozialpolitik

Die SPD-Fraktion und der AWO-Unterbezirk verabredeten auch für die Zukunft einen regen und konstruktiven Austausch auf dem Gebiet der kommunalen Sozialpolitik. Angedacht wird auch eine stärkere Verzahnung der SPD- und der AWO-Ortsvereine, gerade auf dem Gebiet der wichtigen Integrationsarbeit in den Bezirken und Ortsteilen.‘

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