Rund 400 Teilnehmer schlossen sich dem Demonstrationszug an. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. DGB-Kreisvorsitzender Bernd Schildknecht ließ den Blick über den Rathausplatz schweifen und freute sich. „Ein buntes Bild“, rief er den Teilnehmern der traditionellen Maikundgebung zu. „Das zeigt: Die Gewerkschaften brauchen sich nicht zu verstecken.“

Zuvor waren rund 400 Teilnehmer vom Kreishaus über Heedfelder Straße, Parkstraße, Weststraße und das Sauerfeld zur Kundgebung auf dem Rathausplatz marschiert. „Mehr als in den Vorjahren“, freuten sich auch Gudrun Gerhardt, Bevollmächtigte der IG Metall, und ver.di-Mann Bernd Benscheidt.

Spitzensteuersatz nicht gottgegeben

Im Laufe des Vormittags füllte sich der Platz weiter. Mehrere hundert Menschen trotzten dem kalten Wind. „Der Spitzensteuersatz ist nicht gottgegeben“, sagt Bernd Schildknecht ihn seiner Ansprache. Diejenigen, die über mehr Geld verfügten, als die meisten anderen, müssten mehr abgeben. Das verstehe er unter Solidarität. „Wir alle wollen gemeinsamen Wohlstand, in Deutschland und in der EU.“

Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall warnte: "Der Rechtspopulismus ist auf dem Vormarsch." Foto: Wolfgang Teipel
Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall warnte: „Der Rechtspopulismus ist auf dem Vormarsch.“ Foto: Wolfgang Teipel

Deshalb müssten sich Gewerkschafter auch in die Politik einmischen. „Lest die Parteiprogramme und bildet Euch eine Meinung darüber, welche Partei für Arbeitnehmer die richtige ist“, forderte er die Kundgebungsteilnehmer auf.

Dass es die AfD wohl kaum sein könne, stellte Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall, fest. „Dass die AfD ihren Parteitag auf unseren traditionellen Feiertag legt, das ist eine Kampfansage“, sagte er. Er warnte: „Der Rechtspopulismus ist auf dem Vormarsch.“ Arbeitnehmer dürften nicht auf billige Parolen hereinfallen.

Tarifautonomie stärken

Die Gewerkschaften verwendeten viel Kraft und Zeit darauf, die Tarifautonomie zu stärken. Dass es gelungen sei, das Hemeraner Unternehmen Schulte & Co. in die Tarifbindung zu holen, wertete er als „tolles Zeichen zum 1. Mai“.

Maikundgebung
Mitarbeiter des Plettenberger Unternehmens Dura fordern: „Finger weg von unseren Arbeitsplätzen.“

Das Vorgehen der Bosse des Plettenberger Unternehmens Dura, das kurz vor Weihnachten einen massiven Stellenabbau angekündigt hatte, wertete Kasubke als „Schweinerei“. „Das Verhalten der Geschäftsführung ist ein Skandal. Missmanagement und Fehlinvestitionen haben zu Verlusten geführt. Jetzt sollen die Arbeitnehmer die Karre aus dem Dreck ziehen.“

Buntes Kulturprogramm

Im Kulturprogramm des Familientages spielte die Lüdenscheider John Porno Band. Viel Beifall gab’s für den Poetry Slammer Marian Heuser. Er warnte vor Einschränkungen bei der Presse- und Meinungsfreiheit und geißelte in seinen Texten falsche Versprechungen von Politik und Werbewirtschaft, mit denen die Menschen über die wahren Verhältnisse getäuscht würden.

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