Im Theater Hagen stellen sich rund 240 Teilnehmern mit ihren Projekten der Jury. Foto: tft

Hagen. Sorgen um das Stadttheater Hagen. Der Hagener Autor, Rezitator und Kabarettist Christoph Rösner sorgt sich um die Existenz der Einrichtung. Er hat eine Online-Petition ins Internet gestellt, in der er an Oberbürgermeister Erik O. Schulz appelliert, die Sparvorgaben zu kassieren. In Rösners Erläuterungen zur Online-Petition die bis 27. April (11 Uhr) bereits 4157 Personen (davon 930 aus Hagen) unterzeichnet haben heißt es:

„Die Existenz des Hagener Theaters ist massiv bedroht. Sollten die Sparmaßnahmen in Höhe von 1,5 Millionen zzgl. des 1 Prozentes der Tariferhöhungen umgesetzt werden müssen, wird das TheaterHagen ab 2018 in dieser über die Region anerkannten Form nicht weiter existieren können.

Einkauf teurer Fremdproduktionen

Das Feuer des einzig verbliebenen, nennenswerten Hagener Leuchtturms wird erlöschen. Die Konsequenz werden Spartenschließungen sein, Abwanderung von hunderten Angestellten und Künstlern, Abfindungszahlungen, Prestigeverlust. Am Ende droht die Umwandlung in ein so genanntes „bespieltes Haus“, was nichts anders bedeutet als der Einkauf teurer Fremdproduktionen. Und es steht zu befürchten, dass damit auch andere wichtige Kulturinstitutionen wie die MAX-REGER Musikschule, das KEO, der HOHENHOF oder die KULTURZENTREN in Mitleidenschaft gezogen werden.

Unterstützung von der „geballten Kulturkompetenz“

Hagen würde als erfolgreicher und regelmäßig positiv besprochener Standort von der Kulturlandkarte Deutschlands verschwinden.“
Zahllose Verbände und Einrichtungen hätten Oberbürgermeister Erik O. Schulz aufgefordert, ja geradezu angefleht, gemeinsam trag- und zukunftsfähige Lösungen für das Stadttheater zu erarbeiten.

„Die geballte bundesdeutsche Kulturkompetenz stünde Ihnen mit Rat und Tat zur Seite: die Deutsche Orchestervereinigung, der Deutsche Bühnenverein, der Deutsche Musikrat, Medien, Künstler und kompetente BürgerInnen“, schreibt Rösner. Hagen, in seiner jetzigen Verfassung, werde diese Einschnitte bei seinem Stadttheater nicht verkraften.
„Sorgen Sie dafür, dass der Deutsche Kulturrat Hagens Theater von der Roten Liste Kultur streichen kann.“, appelliert Rösner an den Rathaus-Chef.

Begründung:

„Von meiner Stadt verlange ich: Strom, Wasser und Kanalisation.
Was die Kultur anbelangt, die besitze ich bereits.“

Mit diesem sarkastischen Zitat von Karl Kraus könnte man es bewenden lassen, schreibt Christoph Rösner in der Begründung für die Online-Petition. Doch es gelte, einer unheilvollen Entwicklung – nicht nur in Hagen – aber hier im Besonderen – Einhalt zu gebieten, weil eine lebendige Kultur Spannung bedeute im Kampf gegen den Rückschritt. Sollten die Sparpläne für das Hagener Theater ab 2018 umgesetzt werden müssen, würde das einen massiven Rückschritt nicht nur für die Kultur in Hagen, sondern für die Stadt selbst bedeuten.

Jährlich rund 180.000 Besucher im Stadttheater

Rund 180.000 Besucher – auch aus dem Umland – ziehe das Theater Jahr für Jahr in seinen Bann. Eine nicht zu ignorierende Menschenmenge, die Hagen besuche. Auch die rund 300 technischen und künstlerischen MitarbeiterInnen des Theaters trügen mit ihren Familienangehörigen, ihren vielfältigen künstlerischen Betätigungen, neben denen im Theater, dazu bei, den sozialen und wirtschaftlichen Abstieg Hagens abzufedern.
Die Sparvorgabe berge ein nicht zu kalkulierendes Risiko sowohl für das Theater, als auch für die Stadt.
Dies alles gelte es aufzuhalten. Hierzu solle diese Petition beitragen.

„Hagen braucht mehr als Strom, Wasser, Kanalisation und unterirdische Mülleimer!“ schreibt Rösner zum Abschluss.

Hier der Link zur Online-Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/herr-oberbuergermeister-kassieren-sie-die-sparvorgabe-fuer-eine-sichere-zukunft-unseres-theaters#sticky

 

 

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