Vielfalt bot die 3. Expo-Art im Kulturbahnhof Halver. Foto: Rüdiger Kahlke

Halver. Warum Expo-Art? Was ist Kunst? – Diese Fragen interessierten das Publikum bei der Vernissage zur 3. Expo-Art des Kunstvereins VAKT im Halveraner Kulturbahnhof. Laudator Klaus-Jürgen Walther hatte eine Besucherin aus fünf Umschlägen wählen lassen, worüber er sprechen sollte. Walther, der es gleichermaßen launig wie hintergründig mag, zeigte sich gut vorbereitet. Gut auch, dass die augenzwinkernd angekündigte mehrstündige Rede nur einige Minuten in Anspruch nahm.

Große Vielfalt

Ein Hingucker war Uwe Lassen filigrane Betonskulptur. Foto: Rüdiger Kahlke
Ein Hingucker war Uwe Lassen filigrane Betonskulptur.
Foto: Rüdiger Kahlke

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich einen Eindruck von dem zu verschaffen, was Künstler aus der Region schaffen. Uwe Lassen vom Kunstverein VAKT hatte vor einigen Jahren die Idee zu der Ausstellung, bei der die VAKT-Aktiven nicht nur „im eigenen Saft“ schmoren, sondern ihrem Anspruch gerecht werden wollen, eine Plattform für Kunst in der Region zu bieten. Und die die zeigt sich vielfältig. Bilder, Skulpturen, Fotografien aber auch eine Installation mit drei Tafeln mit Bezug zu den monotheistischen Religionen waren zu sehen. Das Werk „Lebensfarben“ von Johannes Dennda stach allein durch seine Position heraus. Zusehen waren die Tafeln, die bei Schwarzlicht ihre Aussage veränderten, in einem Zelt.

Amüsante Kunstgeschichte

31 Kunstschaffende haben sich beteiligt. Allein das war schon ein Garant für Vielfalt. Jeder darf zeigen, was er oder sie mag. Eine Jury, die quasi vorab „zensiert“, gibt es nicht. So bleibt dem Betrachter selbst zu entscheiden, was ihm gefällt. Wie unterschiedlich und auch umstritten der

31 Kunstschaffende stellen bei der 3. Expo-Art im Kulturbabahnhof Halver aus Foto: Rüdiger Kahlke
31 Kunstschaffende stellen bei der 3. Expo-Art im Kulturbabahnhof Halver aus
Foto: Rüdiger Kahlke

Kunstbegriff ist, machte Klaus-Jürgen Walther mit seinem amüsanten, aber durchaus ernst gemeinten Streifzug durch die Kunstgeschichte deutlich. Angefangen bei den Höhlenmalereien von Lascaux, bei denen es sich um eine frühe Form der Flip-Charts handelt, mit der Unternehmensberater den Höhlenbewohnern erklären wollten, wie ein fleischverarbeitender Betrieb auszusehen hat, über Picasso, für den Kunst den Staub des Alltags von der Seele wäscht. Oder Kaiser Wilhelm, der selbst bestimmen wollte was Kunst sei. Und plötzlich waren Käthe Kollwitz und Max Liebermann keine Künstler mehr.

Dank an Unterstützer

Melinas Scharfenberg und Melissa Dalli (Gitarre) umrahmten die Vernissage musikalisch. Foto: Rüdiger Kahlke
Melinas Scharfenberg und Melissa Dalli (Gitarre) umrahmten die Vernissage musikalisch.
Foto: Rüdiger Kahlke

Ach ja, die Expo-Art. Der Begriff, resümierte Walther, war einfach gut. Der russische Komponist Mussorgsky habe schließlich ein berühmtes Klavierstück dazu geschrieben. Das nannte er „Bilder einer Ausstellung“, weil der Begriff Expo-Art ja schon vergeben war. Wieder ernst gemeint war Walthers Dank für die Unterstützung durch die Sparkasse, durch die Mitarbeiter der Stadt Halver und der Dank an die Vorsitzende Karin Schloten-Walther , die bei der Vorbereitung einige „nicht zu planende Probleme“ bewältigen musste.

Einleitende Klänge trugen Melina Scharfenberg und Melissa Dalli

Vernissage zur 3. Expo-Art im Kulturbahnhof Halver. Foto: Rüdiger Kahlke
… die dazu in einem lichtundurchlässigen Zelt präsentiert wurden.
Foto: Rüdiger Kahlke
Vernissage 3. Expo-Art im Kulturbabahnhof Halver. Foto: Rüdiger Kahlke
Schwarzlicht verändert die Botschaft auf den Tafeln, …
Foto: Rüdiger Kahlke

mit Gitarre und Gesang zur Vernissage bei, die dafür sorgten, dass auch diese junge Tradition bewahrt wurde. Der offizielle Teil endete mit Fingerfood und kühlen Getränken. – Was in den anderen vier Umschlägen für Themen hätten gezogen werden können, weiß nur Klaus-Jürgen Walther. Alle anderen ahnten es – und dürften damit richtig gelegen haben…

  • Die Ausstellung ist am Sonntag, 8. November 2015, noch von 12 bis 18 Uhr zu sehen.

 

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