Zum Abschluss gab's einen Ausflug für Kinder und Eltern zum Ponyhof Isenburg. Inhaberin Bärbel Vogt wanderte mit dem Tross durch den Kiersper Wald am Wienhagen. Foto: Volker Lübke

Meinerzhagen. Den Ausflug zu Pferd hatten sich die Kinder redlich verdient. Hatten sie doch die erste Ferienwoche in der Schule zugebracht und fleißig Deutsch gelernt.

Insgesamt 26 Flüchtlingskinder aus Meinerzhagen und Valbert waren für das Sprachcamp in der Grundschule Am Kohlberg angemeldet. Am Mittwoch waren es sogar 30. Einige Kinder hatten ihre jüngeren oder auch älteren Geschwister mitgebracht. Der Lions-Club Meinerzhagen-Kierspe hatte das Sprachcamp mit einer großzügigen Spende möglich gemacht.

Auch öffentlich gefördert

Die andere Hälfte wurde mit öffentlichen Fördermitteln finanziert. Wiebke Gracin, Lehrerin u.a. für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an der Kohlbergschule, hatte die Aktion konzipiert. Dabei ging es der Pädagogin allerdings um mehr als das Erlernen bzw. Festigen der deutschen Sprache. Das Sprachcamp bot einige Ansatzpunkte zur Integration der Mädchen und Jungen.

Zur Wanderung ab dem Ponyhof Isenburg in Kierspe kam auch eine Abordnung des Lions-Clubs mit dem amtierenden Präsidenten Clemens Wieland (vorne links), der das Sprachcamp finanziert hatte. Lehrerin Wiebke Gracin (2. Reihe links) hatte Organisation und Planung des Sprachcamps übernommen. Foto: Volker Lübke
Zur Wanderung ab dem Ponyhof Isenburg in Kierspe kam auch eine Abordnung des Lions-Clubs mit dem amtierenden Präsidenten Clemens Wieland (vorne links), der das Sprachcamp finanziert hatte. Lehrerin Wiebke Gracin (2. Reihe links) hatte Organisation und Planung des Sprachcamps übernommen. Foto: Volker Lübke

 

Mehrere Vereine und die Offene Ganztagsschule am Kohlberg machten das mit vielfältigen Angeboten möglich. Winfried Hösel stand jeden Nachmittag als Trainer und Schiri auf dem Fußballfeld in der Turnhalle, um mit den Jungs und einigen fußballbegeisterten Mädchen aus Syrien, Irak und Afghanistan zu kicken. Der TuS Meinerzhagen beteiligte sich je einen Nachmittag mit Turnen und Tanzen.

Zum Abschluss leckerer Salat

Die Arbeitswoche endete am Freitag mit einem gemeinsamen Salatessen, das Andrea Haase mit den Kindern zubereitet hatte. Foto: Volker Lübke
Die Arbeitswoche endete am Freitag mit einem gemeinsamen Salatessen, das Andrea Haase mit den Kindern zubereitet hatte. Foto: Volker Lübke

Auch einige Mädchen aus der OGS machten dabei sowie am Singe-Nachmittag mit zwei Betreuerinnen des Meinerzhagener Kinderchors begeistert mit. Zum Abschluss der Arbeitswoche bereitete Ernährungsberaterin Andrea Haase mit den Kindern einen Salat als Mittagsmahlzeit für Kinder und Eltern zu. Zum Mittagessen an den übrigen Tagen besuchten die Sprachcamp-Kinder die OGS der AWo im Haus.

Vorlesepatinnen ehrenamtlich dabei

Neben Organisatorin Wiebke Gracin im Hintergrund und Beate Klein vom Jugendmigrationsdienst des Märkischen Kreises als Mittlerin zu den Flüchtlingsfamilien stand ein engagiertes Team für das Sprachtraining zur Verfügung: Die Kinder wurden in drei Gruppen – getrennt nach Leistungsstand – von Lehramtsanwärterin Natalie Richter, DaZ-Lehrer Volker Lübke und Grundschullehrer Marc Schütz angeleitet. Außerdem standen Ana Fiol (OGS), Lara Graf (Studentin), Claas Altenähr (Erzieher in Ausbildung) und Melvin Ley (Praktikant) den drei Lehrkräften zur Verfügung. Zwei Vorlesepatinnen der Grundschule Am Kohlberg komplettierten ehrenamtlich das Programm. Diese vergleichsweise hohe Zahl an Betreuern ermöglichte sehr individuelle Lernangebote.

Lions-Präsident staunt über gute Deutschkenntnisse

Claas Altenähr bei Schreibübungen. Foto: Volker Lübke
Claas Altenähr bei Schreibübungen. Foto: Volker Lübke

„Die Kinder können ja schon richtig gut Deutsch“, stellten Lions-Präsident Clemens Wieland und Ponyhof-Betreiberin Bärbel Vogt dann auch am Samstagnachmittag fest. Vogt führte die Kinder und Eltern mit einem Pferdetross durch den Wienhagener Wald bei Kierspe. „Natürlich kamen die Kinder bereits mit einigen Vorkenntnissen zu uns“, erklärten die Lehrkräfte. Dennoch hätten die Mädchen und Jungen in nur einer Woche einiges dazu gelernt und verfestigt, so Organisatorin Wiebke Gracin.

Herkunftssprachen spielten keine Rolle

Mit Lese- und Schreib- und vor allem Sprechübungen hatten die Lehrkräfte immer wieder die Grundbausteine der deutschen Sprache mit den Kindern trainiert. Dabei spielten deren Herkunftssprachen (Arabisch, Kurdisch, Persisch, Paschto, Polnisch, Russisch & Griechisch) keine Rolle. Die Verständigung selbst mit den ganz jungen Zuwandererkindern klappte auf Anhieb. Lieder, Spiele und Bilder waren die Schlüssel nicht nur zum Sprachverständnis sondern auch zu den Herzen der Kinder. (vl)

Natalie Richter (li) und Lara Graf (re) üben mit den Kindern die Körperteile zu benennen. Foto;: Volker Lübke
Natalie Richter (li) und Lara Graf (re) üben mit den Kindern die Körperteile zu benennen. Foto;: Volker Lübke

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