Schalksmühle. Der Schalksmühler Musiker Hajo Hoffmann ist tot. Sein letztes Konzert gab er als Geiger einer All-Star-Band beim NDR-Sommerfest in Nordenham am 1. August. Am 2. August starb Hajo Hoffmann in Hannover nach einem Herzinfarkt. Mit seiner Familie, Freunden und Bekannten trauern ungezählte Musiker in aller Welt um den lebensbejahenden und vitalen Mann.

Purple Schulz: „Begnadeter Musiker“

Der Kölner Musiker Purple Schulz, der mit Hajo Hoffmann viele Konzerte gespielt und eine CD aufgenommen hat,schreibt auf Facebook: „Mit Hajo verlieren wir einen begnadeten Musiker und ganz, ganz, ganz liebenswerten Kollegen, dessen Lachen oft noch lange im Raum stand, auch wenn er diesen schon verlassen hatte. Und so wird es auch jetzt sein. Meine Gedanken sind bei seiner kleinen Familie. Adieu, Hajo! Danke für deine Musik!“

Hajo Hoffmann stammte aus Hannover

Der aus Hannover stammende Violinist, Mandolinen- und Ukulelenspieler war ein Mann mit vielen Seiten und ein muskalischer Grenzgänger. Virtuos bewegte er sich zwischen den Genres, verschmolz Klassik und Folklore mit Jazz und erhob die Ukulele in den Rang eines Konzertinstruments. So ging er seinen Weg des Crossover konsequent und innovativ. Die akademische Grundlage für seine Art zu spielen schuf er mit einem Klassik- und Jazzstudium an der Hochschule für Musikschule und Tanz in Köln. Hier gab er als Deutschlands erster Dozent für Jazz-Violine und gab sei Wissen weiter. Auch in seiner Geburtsstadt Hannover arbeitete er als Dozent. Hier galt er auch als absolute Szene-Größe.

Konzerte in aller Welt

Seit 1993 gab er als konzertierender Geiger zahlreiche Konzerte in Europa, Brasilien und den USA. Er bereiste Indien und startete unter dem Dach des ehemaligen Musikgiganten Bertelsmann Music Group (BMG) zusammen mit der brasilianischen Musikerin Lygia eine kurze Karriere. Zudem nahm er u. a. CDs mit dem European Swing Trio, Jörg Widmoser und Charlie Mariano auf.

Immer auf der Suche nach neuen Impulsen

Ab 2010 lebte er im sauerländischen Schalksmühle. Von hier aus startete er sein Mandolinen- und später sein Ukulelenprojekt (CDs „Mandovocale“ und „Ukulele los-gelassen“). Er tourte durch Deutschland, solo und in den unterschiedlichsten Formationen – als Geiger von Heinz Rudolfs Kunzes „Räuber zivil“, als Mitglied in der Tournee-Band von Melva Houston oder mit dem Streichquartett „DASKwartett“. Mit ihm widmete sich der Virtuose zeitgenössischer Streichmusik – immer rastlos und auf der Suche nach neuen Impulsen.

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