Der Arbeitskreis Flüchtlinge hat Malnachmittage für Flüchtlinge angeboten, um deren Integration zu fördern und sionnvolle Freizeitangebote zu machen. Foto: Rüdiger Kahlke

Meinerzhagen. Bei derzeit 186 Flüchtlingen, die Meinerzhagen zugewiesen worden sind, reichen die ehrenamtlichen Kräfte nicht aus, um die Betreuung auf einem guten Niveau zu halten. Das machten ehrenamtlich Tätige beim Bürgerstammtisch von Bündnis 90/Die Grünen deutlich. Gestützt wurde diese Einschätzung von Sylvia Olbrich aus Iserlohn, Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen. Zudem berichtete sie über die Situationen in anderen Kommunen des Märkischen Kreises.

 S. Olbrich unterstützt Ortsverbände

Der Ortsverband der Grünen hatte Syliva Olbrich zum „Grünen Bürgerstammtisch“ in die Galerie Langenohl eingeladen. Derzeit ist die Grünen-Politikerin im Kreisgebiet unterwegs, um sich von der Flüchtlingsarbeit in den Kommunen ein Bild zu machen. Ihr Ziel sei es, in der Flüchtlingsarbeit zu unterstützen, um Schwächen aber auch Stärken in der Arbeit in den jeweiligen Kommunen festzustellen und Anregungen für Verbesserungen zu geben.

Bei dem Bürgerstammtisch berichteten auch in der Flüchtlingsarbeit Aktive von ihren Erfahrungen mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. Sie machten deutlich, dass ehrenamtliches Engagement an Grenzen stößt. Auch der Umgang mit der Ausländerbehörde des Kreises sei zuweilen problematisch und ohne Unterstützung der Asylbewerber durch Ehrenamtliche schwer zu bewältigen.

Fachliche Hilfe nötig

In Meinerzhagen hapere es nicht am Engagement Ehrenamtlicher bei Erstversorgung, Begleitung, Sprachunterricht oder bei der Beschaffung von Notwendigem, sondern vielmehr an mangelnder Kommunikation untereinander. Verbesserungswürdig sei zudem die Koordination durch die Verwaltung und die Betreuung durch ausgebildete Sozialarbeiter, machten Ehrenamtliche deutlich. Der Arbeitskreis Flüchtlinge könne das nicht leisten.

Für die intensive Arbeit sei auf Dauer, bei steigenden Zuweisungen, mehr Unterstützung durch ausgebildete Sozialarbeiter erforderlich. Angestellt werden müssten die dann von der Kommune. In der Runde wurde angezweifelt, dass die vom Land für soziale Arbeit fest vorgegebenen Mittel von 4,6 Prozent auch dem vorgesehenen Zweck zufließen.

 Mängel bei der Koordiniation

Sylvia Olbrich stimmte der Analyse zu: „Das Ehrenamt benötigt einen ständigen professionellen Unterbau.“ Asylverfahren müssten schneller werden. „Egal, wo ich hinhöre, der Personal- und Kompetenzmangel in der Flüchtlingsarbeit ist in den meisten Kommunen vorhanden. Die letzte Zeit hat immer mehr gezeigt, wie wichtig eine engmaschige Vernetzung der einzelnen Organisationen, Initiativen, der Verwaltung und der Politik sein muss, um Flüchtlingen effektiv und menschenwürdig helfen zu können“, so Olbrich. In Meinerzhagen vermisst sie eine hauptamtlich besetzte Koordinierungsstelle bei der Stadtverwaltung.

Suche nach Wohnraum intensivieren

Natürlich war auch die Nutzung der Jugendherberge Meinerzhagen als Flüchtlingsunterkunft ab dem 1. Oktober ein Thema. Außer der Mitteilung von Bürgermeister Jan Nesselrath, dass dort 150 Flüchtlinge untergebracht werden, kann über Näheres bisher nur spekuliert werden. Sylvia Olbrich vermutet, dass Ehrenamtliche nicht in die Betreuung einbezogen werden und Organisationen wie die Malteser oder das DRK das übernehmen. Als Vorteil für die Kommune wurde aber festgestellt, dass bis Januar 2016 keine weiteren Zuweisungen an die Stadt Meinerzhagen erfolgen. Die Kommune solle sich während der Zeit um weiteren Wohnraum kümmern, denn der Flüchtlingszustrom werde auch im kommenden Jahr nicht abreißen.

Sylvia Olbrich ruft dazu auf, Eindrücke und Erfahrungen mitzuteilen. Zudem bittet sie um Informationen darüber, „ob es Anträge gibt“ zu dem Thema „oder gab und wie die Entscheidungen hierzu waren.“ Sie möchte eine Sammlung von Anträgen zusammenstellen, die die einzelnen Fraktionen nutzen können. Zudem kündigte sie an, in den nächsten Wochen die Besuche fortzusetzen und die Einrichtungen, die sie schon besucht hat, mit den Grünen vor Ort in einen besseren, lebenswerten und menschenwürdigen Zustand versetzen.

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