Zufrieden mit der Vorleseaktion: Dagmar Plümer, Dr. Arnhild Scholten, Bernd Sondermann, Michael Rolland, Eckhard Heide, Dieter Dzewas, Rolf Scholten und Khalil Al Tinawi. Foto: Elke Teipel

Lüdenscheid. Ja, es geht doch. „Lesen kann auch cool sein“, Büchereileiterin Dagmar Plümer brachte es am Mittwoch, 30. November, in der Stadtbücherei auf den Punkt. Das Organisatorenteam um Rolf Scholten und Michael Rolland war sich mit der Diplombibliothekarin und Schirmherr Dieter Dzewas einig, die Bewerbung um den Titel „Außergewöhnliche Vorlesestadt“ war ein Erfolg: „Alle haben gesagt, es war toll“. Das Motto lautete „Stimmen der Welt“. Diese Stimmen sorgten für besondere Stimmung bei 224 gemeldeten Aktionen. Die vorläufige Bilanz: „Viele 100 Lüdenscheider haben gelesen, viele 1000 haben zugehört.“

Wettbewerb macht Lust auf mehr

So wie am Mittwoch im Lesecafé der Stadtbücherei fanden sich in den vergangenen Wochen an zahlreichen Orten in Lüdenscheid Vorleser und Zuhörer ein. Foto: Elke Teipel
So wie am Mittwoch im Lesecafé der Stadtbücherei fanden sich in den vergangenen Wochen an zahlreichen Orten in Lüdenscheid Vorleser und Zuhörer ein. Foto: Elke Teipel

Ende gut, alles gut? Ja und nein. Nein, es ist noch kein Ende in Sicht. Der 30. November war der Stichtag für den Wettbewerb der Stiftung Lesen. Erst Mitte Dezember werden die Lüdenscheider erfahren, ob sie den Titel errungen haben. Ja, alles gut, denn es geht weiter. Der Wettbewerb hat Lust auf mehr gemacht. Schon jetzt melden sich Stimmen und rufen nach Wiederholung im nächsten Jahr.

Die Rechnung ging auf

„Warum machen wir das nicht häufiger selber? Mensch, Bücher haben wir ja“, Reaktionen, die nicht nur Schirmherr Dieter Dzewas bei den Vorleseaktionen hörte. Gerade Ältere hätten das Faszinierende wiedergefunden. Mehr als 100 Nationen leben in Lüdenscheid. Deshalb wollte die Stadt, dass Texte aus den verschiedensten Ländern, in verschiedenen Sprachen von Menschen unterschiedlicher Nationalität vor Zuhörern aus vielen verschiedenen Ländern gelesen werden. Ja, die Rechnung ging auf.  „Zweck erfüllt“, meinte der Bürgermeister und regte an, auch die griechische Gemeinschaft stärker einzubeziehen.

Lesen und vorlesen als Selbstläufer

Lesen und vorlesen als Selbstläufer. Die Teilnehmer nehmen das Heft selbst in die Hand: Künftig wird in einem Architekturbüro einmal im Monat die Arbeit ruhen. Die Mitarbeiter werden sich gegenseitig etwas vorlesen und anschließend darüber reden. Ähnliches planen auch Schulen und Kitas. Und das freut Rolf Scholten und seine Mitstreiter: „Unser Motto „Stimmen der Welt“ war für eine Sprach-Kita der Anlass, die Eltern ihrer Kinder als Vorleser in vielen Sprachen zu gewinnen. Das neue Konzept fand bei Eltern und Kindern großen Anklang und soll nun weitergeführt werden.“VLT_Logo_rz

Lesen in elf verschiedenen Sprachen

Die Lesung im Barometer mit elf verschiedenen Sprachen war einer der Höhepunkte der Vorleseaktion. Besondere Orte setzten Akzente zum Beispiel an der Bushaltestelle, im Frisiersalon, beim TÜV. Die Liste ist lang. Für alle Beteiligten ein Aha-Erlebnis. Dr. Arnhild Scholten berichtete aus der Reha-Klinik in Hellersen. Die Menschen verbringen die Wartezeit in der Regel mit dem Smartphone. Konkurrenz für die Vorleserin. Aber: „Die haben tatsächlich alle die Dinger weggepackt“. Ja, geht doch.

Lesen fasziniert. Und es ist facettenreich. Büchereileiterin Dagmar Plümer verwies auf Poetryslam und Karaoke Lesen. Ein Plädoyer für Literaturvermittlung. Das Format Lesen auf neue Art – das erfordere auch, es als besonderen Event zu inszenieren.

„Insgesamt war es alles sehr viel schöner, als wir anfangs gedacht hatten“, bemerkt Rolf Scholten. Er stellt fest: „Sehr viel Öffentlichkeit, spontane Bereitschaft und nicht zuletzt haben wir die Bücherei stärker ins Gespräch gebracht“.

Dagmar Plümer, Leiterin der Stadtbücherei, las am Mittwoch aus der Autobiographie von Peter Schmidt „Ein Kaktus zum Valentinstag: Ein Autist und die Liebe“. Foto: Elke Teipel
Dagmar Plümer, Leiterin der Stadtbücherei, las am Mittwoch aus der Autobiographie von Peter Schmidt „Ein Kaktus zum Valentinstag: Ein Autist und die Liebe“. Foto: Elke Teipel

Büchereileiterin Dagmar Plümer brachte am Freitag „eine Stimme, die gehört werden sollte“, ins Gespräch.  Sie las aus der Autobiographie von Peter Schmidt „Ein Kaktus zum Valentinstag: Ein Autist und die Liebe“. Schmidts eigenwilliger Stil fesselte die Zuhörer. Der Autist sucht eine Frau fürs Leben“. Er merkt, wer neue Wege finden will, muss ohne Wegweiser auskommen. Er findet seinen Weg. Ja, geht doch.

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Elke Teipel ist seit über 25 Jahren als Journalistin in ganz Westfalen unterwegs. Sie hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. In Hamm verantwortete sie unter anderem die Stadtteilausgabe einer großen Lokalzeitung.

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