Mehr als 150 Teilnehmer trafen sich zur Integrationskonferenz im Lüdenscheider Kreishaus. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis/Lüdenscheid. (pmk). Unerwartet groß war das Interesse der Teilnehmer an der Integrationskonferenz zum Thema „Integration durch Bildung“ im Lüdenscheider Kreishaus.
„Integration durch Bildung“: So lautete der Titel der Integrationskonferenz im Lüdenscheider Kreishaus. Ein Thema, das offenbar sehr aktuell ist. Das belegt die hohe Teilnehmerzahl. Mehr als 150 Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen, politisch Verantwortliche, Elternbegleiter, Joblotsen, Integrationshelfer, Mitglieder aus Ausländerbeiräten, Kulturvereinen und Vertreter aus den kreisangehörigen Städten und Gemeinden waren gekommen. Es waren sogar deutlich mehr als sich im Vorfeld angekündigt hatten. Was die Organisatoren vom Kommunalen Integrationszentrum des Märkischen Kreises freute, erforderte im Casino des Kreishauses Stühlerücken. Einige zusätzliche Sitzgelegenheiten mussten noch schnell beschafft werden.

„Ohne die Eltern geht es nicht, auch sie müssen die Sprache lernen“, so Landrat Thomas Gemke in seiner Begrüßung. Das heiße nicht, dass Menschen und vor allem die Kinder mit Migrationshintergrund ihre Muttersprache vergessen sollen. „Aber Deutsch ist eben wichtig.“ Gemke sprach sich dafür aus, die vorhandenen Förderangebote zu erhalten und – wo immer es gehe – auszubauen. Beispielhaft nannte der Landrat das „Rucksack-Programm“, ein Sprach- und Elternbildungsprogramm für den Elementarbereich. „Da machen schon 27 Kindertageseinrichtungen mit.“

Entscheidend für den Erfolg der Integration durch Bildung sei die persönliche Haltung der Pädagogen, erklärte Christiane Bainski von der Bezirksregierung Arnsberg. „Sie müssen die Begabungen der Migrantenkinder erkennen und ausbauen.“ In Nordrhein-Westfalen werde die Sprache von Menschen aus 190 Herkunftsländern gesprochen. „Es geht darum, die deutsche Sprache zu vermitteln und die Herkunftssprache dabei mitzunehmen“, so Bainski. Man könne nicht immer die ganze Welt retten – „aber wir müssen mit den ersten Schritten anfangen.“

Jedem Kind müsse eine Umgebung geboten werden, in der es sich als Individuum wertgeschätzt fühle. Diese These vertrat Prof. Dr. Katja Gramelt von der Fachhochschule Südwestfalen in ihrem Referat. „Die Strukturen und Einrichtungen müssen sich ändern – nicht die Kinder“, forderte sie. Unsere Gesellschaft brauche pädagogische Fachkräfte, die die Kinder verstehen, deren Vielfalt erkennen, ja anerkennen. Die Schulträger forderte sie auf „die personellen und finanziellen Ressourcen dafür zu schaffen.“

Bevor sich die Teilnehmer zu ihren insgesamt sechs angebotenen Fachforen im Lüdenscheider Kreishaus aufteilten, sorgten Jungen und Mädchen der Grundschulen Burgschule und Bömberg in Iserlohn für den musikalischen und farblichen Tupfer der Veranstaltung. Unter der Leitung ihres Lehrers Zülfü Gürbüz, der für den herkunftssprachlichen Unterricht zuständig ist, zeigten sie in bunter Tracht Tänze zu türkischer Musik. Der lang anhaltende Applaus war den Kindern sicher.

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