Zwei Stellen mehr bekommen die Pflegeberatung sowie Pflegeplanung des Märkischen Kreises. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Die Kreisverwaltung kann im nächsten Jahr mit einem Sozialetat in Höhe von 109 Millionen Euro planen. Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales machte in seiner jüngsten Sitzung bei nur einer Gegenstimme den Weg frei für die Haushaltsansätze.

Es ist der größte Einzelposten im Kreishaushalt. Mit 109 Millionen Euro können die Fachdienste aus dem Bereich Soziales im kommenden Jahr rechnen. Die Mitglieder des Ausschusses für Gesundheit und Soziales votierten in ihrer jüngsten Sitzung bei nur einer Gegenstimme für die Haushaltsansätze der Verwaltung. Die stellte noch einmal heraus, dass es trotz der gewaltigen Summe nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten gebe, weil es sich ausnahmslos um Pflichtaufgaben des Kreises handele. Mit einem Zuschussbedarf in Höhe von fünf Millionen Euro rechnen die Gesundheitsdienste nächstes Jahr.

Zwei zusätzliche Stellen für Pflegeberatung

Über zwei Stellen mehr darf sich der Fachdienst Pflege freuen. Die Ausschussmitglieder folgten einstimmig einem Antrag von SPD und CDU, die Aufgabenbereiche Pflegeberatung und Pflegeplanung personell aufzurüsten. Über mehr Geld, nämlich rund 15 Prozent und jeweils zwei Prozent in den Folgejahren, darf sich die Anonyme Drogenberatungsstelle freuen. 255.000 Euro fließen 2018 vom Kreis in die Kasse der DROBS.

Keine Hoffnung auf finanzielle Unterstützung darf sich die Prostituiertenberatungsstelle Tamar der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. machen. Nachdem das Land und die „Aktion Mensch“ aus der Finanzierung ausgestiegen sind, hatte die Beratungsstelle beantragt, dass die südwestfälischen Kreise sowie die Stadt Hamm einsteigen sollten. Für den Märkischen Kreis hätte dies einen jährlichen Betrag von 30.000 Euro ausgemacht. Wie Fachbereichsleiter Volker Schmidt mitteilte, sei die Gesundheitsberatung nach dem Prostituiertenschutzgesetz eine Pflichtaufgabe des Kreises, der man auch nachkomme. Die Finanzierung darüber hinausgehender freiwilliger Aufgaben werde abgelehnt. So sahen das auch die Ausschussmitglieder.

Lange Wartezeiten für Arzttermine

Begonnen hatte die Sitzung mit einem Bericht von Fachdienstleiter Lothar Buddinger vom Sozialpsychiatrischen Dienst über die psychiatrische Versorgung im Märkischen Kreis. Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, so Buddinger, leiden 28 Prozent der 18- bis 79-Jährigen an psychischen Erkrankungen. Neun Prozent der Patienten eines Allgemeinmediziners haben Depressionen. Im Kreisgebiet arbeiten aktuell 15 Psychiater und 50 Psychotherapeuten. Probleme sieht der Fachdienstleiter unter anderem in den langen Wartezeiten für einen Arzttermin, in der Regel drei bis sechs Monate, kaum Hausbesuche sowie neurologische Erkrankungen wie MS und Parkinson sowie den Übergang von einer stationären in eine ambulante Behandlung.

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